Holzbank in der blühenden Heidelandschaft der Lüneburger Heide

Lothar Askani verabschiedet sich mit großem Falknertreffen

Der Kult-Falkner geht nach über 30 Arbeitsjahren im Wildpark Lüneburger Heide in den Ruhestand

Nach über 30 Jahren im Wildpark Lüneburger Heide setzt sich Lothar Askani  zur  Ruhe.  Die  Falknerei  betreibt  er  aber  weiter  so  wie  alles  begann: als Hobby. Foto: Wildpark/Adrian Fohl
Nach über 30 Jahren im Wildpark Lüneburger Heide setzt sich Lothar Askani zur Ruhe.
Die Falknerei betreibt er aber weiter so, wie alles begann: als Hobby.
Foto: Wildpark/Adrian Fohl

Mit einem großen Falknertreffen im Wildpark Lüneburger Heide am Samstag und Sonntag, 13. und 14. Oktober 2018 verabschiedet sich Kult-Falkner Lothar Askani nach über 30 Dienstjahren im Wildpark von seinen Fans.

Mehr als 100 persönliche Einladungen an befreundete Falkner hat Askani im Vorfeld verschickt – ein Großteil davon wird an dem Falknertreffen teilnehmen. Jeweils von 10.00 bis 16.00 Uhrr erhalten die Wildpark-Besucher auf der großen Veranstaltungswiese beim Wasserspielplatz einen persönlichen Einblick in die Falknerei. Die Falkner berichten aus ihrem Erfahrungsschatz zu den Themen Zucht, das Abrichten von und die Jagd mit Greifvögeln. Neben den unterschiedlichen Greifvogel-Arten wie Steinadler, Seeadler, Habichte oder Wanderfalken, werden auch verschiedene Jagdhunderassen vorgestellt.

Die Falknerei – immaterielles Kulturerbe der Menschheit

Die Falknerei und die Beizjagd mit Greifvögeln hat eine lange Tradition. Es wird vermutet, dass sie bereits vor etwa 3.500 Jahren in Zentralasien entstanden ist – für die deckungslose Steppe war sie eine zweckmäßigere Jagdform, als die Jagd mit Pfeil und Bogen.

Nach Europa kam die Beizjagd in der Zeit zwischen dem 2. bis 4. Jahrhundert vor Christus. War die Beizjagd zu dieser Zeit noch ein Mittel zur Nahrungsbeschaffung, so ist sie heute mehr ein Hobby. Zum Teil werden mit Gerifvögeln aber auch noch Überbestände von Krähen oder Karnickeln gejagt, die zum Beispiel auf großen Flughäfen Schäden anrichten können.

Seit 2016 steht die Falknerei in Deutschland auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit.

Das Ende einer Ära

Lothar Askani mit seinem Deutsch-Drahthaar-Hund „Vita“ und einem  Steinadler. Foto: Wildpark/Adrian Fohl
Lothar Askani mit seinem Deutsch-Drahthaar-Hund „Vita“ und einem Steinadler.
Foto: Wildpark/Adrian Fohl

Mit der Verabschiedung von Lothar Askani in den Ruhestand geht im Wildpark Lüneburger Heide eine Ära zu Ende.

Der knorrige Schwabe mit dem lichten Kopfhaar und dem markanten weißen Rauschebart ist vor mehr als 30 Jahren dem Ruf vom jetzigen Wildpark-Senior-Chef Norbert Tietz in den Norden gefolgt. Der hatte seinerzeit den Wildpark von Georg-Friedrich von Krogh übernommen und suchte einen kompetenten Falkner, der im Park eine Falknerei aufbauen sollte. Gesagt, getan.

Gleich an seinem ersten Arbeitstag in Nindorf machte Askani mit ein Paar eigenen Greifvögeln eine improvisierte Flugshow – das war der Anfang der überaus erfolgreichen Falknerei-Geschichte im Wildpark Lüneburger Heide.

Zahllose Greifvögel und Eulen, darunter auch seltene und teils vom Aussterben bedrohte Arten, schlüpften unter Askanis Obhut aus dem Ei. Bis zum Schluss stand er an vorderster Front auf der Greifvogel-Fluganlage und präsentierte dem erstaunten Publikum seine Lieblinge im Flug, vermittelte viel Wissenswertes und rettete den einen oder den anderen kleinen Besucher-Hund davor, Futter für seine Adler zu werden, weil manche Hundebesitzer die Warnschilder übersehen hatten.

Wie wird man eigentlich zum Falkner?

In dem man sein Hobby zum Beruf macht! Ursprünglich hatte Askani Werkzeugmacher gelernt, übte den Beruf aber nicht lange aus. Er half damals einem örtlichen Falkner ab und zu aus und entdeckte seine Begeisterung für die Falknerei. Vor rund 40 Jahren machte der heute 68-Jährige seinen Falknerschein, arbeitete lange Jahre in der Deutschen Greifenwarte im Neckartal, bevor es ihn in den Norden zog.

Zum eigentlichen Rentenbeginn mit 65 Jahren fühlte sich Lothar Askani noch zu jung, um den Falkner-Handschuh beruflich an den Nagel zu hängen. Doch jetzt ist die Zeit gekommen, sich ums Haus, den Hund „Vita“ – einem Deutsch Drahthaar – und die eigenen Vögel im Garten zu kümmern. Und um seine Hobbys. Dazu gehört natürlich die Jagd – mit und ohne Greifvögel. Ein bisschen privat züchten möchte Askani und hier und dort ein Auftritt mit seinen Vögeln anbieten. Vielleicht eine Woche Urlaub in Masuren – mal ohne Vögel – und ein bisschen Radfahren, um in Bewegung zu bleiben, das sind seine Pläne. Schön, wenn man seinen Beruf im Ruhestand wieder zum Hobby machen kann!

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