Im November wurde im Bachmann-Museum Bremervörde intensiv mit den empfindlichen und wissenschaftlich wertvollen archäologischen Funden aus den Mooren der Region gearbeitet. Die auf archäologische Objekte spezialisierten Diplomrestauratorinnen Ulrike Uhlig und Claudia Bullack haben die Funde gereinigt und sicher gelagert.

an den moorarchäologischen Funden im Bachmann-Museum Bremervörde.
© Bachmann-Museum Bremervörde
Seit 1919 trug der Museumsgründer August Bachmann als ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger archäologische Funde aus den Mooren der Bremervörder Region zusammen. Die meisten der Objekte bestehen aus Holz, aber auch Stücke aus Fell, Wolle und Leder sind dabei. Nur durch die besonderen Erhaltungsbedingungen im Moor sind die bis zu 4.600 Jahre alten Fundsachen überliefert. Für Forscher und Laien bieten sie einen einzigartigen Einblick in die Ur- und Frühgeschichte der Region.
Seit Jahrzehnten werden viele der Funde, wie drei hölzerne Wagenräder und drei Vorarbeiten für Schalen in den Ausstellungen des Bremervörder Museums gezeigt.
„Um diese besonderen Funde auch zukünftig erhalten und präsentieren zu können, mussten sie gereinigt, gesichert und ein Konzept für ihre Lagerung entwickelt werden. Dabei denken wir besonders an die zukünftige Präsentation in einer neuen Dauerausstellung. Es war sehr wichtig für uns, dass wir für diese Arbeiten Unterstützung von Spezialistinnen erhalten haben“, freut sich die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums, Diplomarchäologin Meike Mittmann. Eine großzügige Förderung durch den Landschaftsverband Stade ermöglichte nun die Ausführung der Reinigungs- und Sicherungsarbeiten durch die Restauratorinnen Ulrike Uhlig und Claudia Bullack.
Die beiden Fachfrauen, die sonst auf der Berliner Museumsinsel tätig sind, befreiten die Funde bei ihrer Arbeit im Museum sehr vorsichtig in einer Trockenreinigung mit Spezialsaugern, Pinseln und Luftpustern von aufliegenden Verschmutzungen, ohne dabei die bruchempfindlichen Hölzer, feinen Fellhaare und Fasern der Wollfäden zu beschädigen.
Kleine Bruchstellen, zum Beispiel an dem Lederband einer bronzezeitlichen Lanzenspitze, wurden mit einer Klebetechnik gesichert, die für das über 3.000 Jahre alte Material unschädlich ist. Aus Spezialschaumstoffen und säurefreien Papieren stellten die Restauratorinnen Polster und Lagerungshilfen her, die die Objekte vor Druckstellen und Materialverlust schützen.
„Die wichtigste Fähigkeit bei dem Umgang mit diesen empfindlichen Objekten ist, das Objekt genau anzuschauen, bevor wir eine Maßnahme ergreifen“, beschreiben die Spezialistinnen ihre Vorgehensweise. Dabei kamen für das Museum spannende neue Erkenntnisse zu tage. Zwei Bruchstücke eines Holzobjekts konnten zum Beispiel wieder zusammengefügt und als Buchse eines Speichenrads identifiziert werden.
Der dauerhafte Erhalt der fragilen Moorfunde ist nun durch die konservatorischen Maßnahmen sichergestellt, und die Objekte sind für zukünftige Ausstellungs- und Forschungsprojekte sehr gut vorbereitet.
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