Holzbank in der blühenden Heidelandschaft der Lüneburger Heide

Vielseitig, gelb, wohlschmeckend, aber vom Aussterben bedroht: „Weinberger Schloßkipfler“ ist „Kartoffel des Jahres“ 2017

„Weinberger Schloßkipfler“ ist die „Kartoffel des Jahres“ 2017.

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer gab am 25. Januar 2017 auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin den Namen bekannt.

Verkündung der "Kartoffel des Jahres 2017" auf der Grünen Woche, Foto: m&p / honorarfrei
Auf der Grünen Woche verkündete Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (3. von rechts) gemeinsam mit Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft und Gästen die „Kartoffel des Jahres“ 2017.
Von links: Meike Jaschok (Bornwiesenhof), Carolin Grieshop (Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen), Julius Ellenberg (Ellenbergs Kartoffelvielfalt), Luisa Hasse (Heide-Kartoffelprinzessin), Andreas Eckhardt (Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung), Julia Dorau (Heide-Kartoffelkönigin), Christian Meyer (Niedersachsens Landwirtschaftsminister), Rudolf Vögel (Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg, V.E.R.N.), Wilfried Stegmann. Foto: m&p

„Weinberger Schloßkipfler“ ist eine alte Sorte. Sie wurde Ende der 1950er-Jahre in Österreich gezüchtet und 1962 beim Sortenamt angemeldet. Aber schon sieben Jahre später verschwand sie wieder von der Liste und damit vom Markt. Das Aus kam schnell, weil neue Züchtungen ertragreicher waren und damit besser geeignet für den Erwerbsanbau. Und hörnchenförmige Kartoffeln – Kipfler ist ein süddeutscher Ausdruck für Hörnchen – haben sich im breiten Markt nicht durchsetzen können.

Hörnchenförmig, gelb und festkochend: Die alte Sorte „Weinberger Schloßkipfler“ ist die  „Kartoffel des Jahres“ 2017. Foto: Stegmann / honorarfrei
Hörnchenförmig, gelb und festkochend:
Die alte Sorte „Weinberger Schloßkipfler“ ist die
„Kartoffel des Jahres“ 2017. Foto: Stegmann

Die Kartoffel hat einen hervorragenden Geschmack, ist festkochend, gelb und in der Küche universell einsetzbar, für Salzkartoffeln genauso wie für Kartoffelsalat oder Kartoffelklöße. „Sie entspricht damit auch heute noch dem Ideal einer guten, vielseitigen Speisekartoffel“, sagt Wilfried Stegmann von der „Arbeitsgemeinschaft Kartoffel des Jahres“, die diese Auszeichnung zum zwölften Mal vergibt.

Aber die Kartoffelsorten in Deutschland nehmen stetig ab. Heute sind noch 150 Speisekartoffelsorten zugelassen. „Im Lebensmitteleinzelhandel sind höchstens noch zehn Kartoffelsorten zu finden“, sagt Stegmann. „Jede Kartoffelsorte hat einen eigenen, unverwechselbaren Geschmack. Schon aus diesem Grund lohnt es sich, alte Kartoffelsorten zu erhalten.“

Alte Kartoffelsorten werden nur noch von Spezialisten und einigen Vereinen erhalten und über das Internet oder auf Wochenmärkten verkauft. Die meisten der rund 40 deutschen Kartoffel-Erhaltungszüchter sind Biobetriebe.

„Ökolandbau ist Vielfalt“, sagt Carolin Grieshop, Geschäftsführerin des Kompetenzzentrums Ökolandbau Niedersachsen (KÖN). Das KÖN ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Kartoffel des Jahres. „Die Vielfalt zeigt sich im Geschmack und auch in der guten Anpassung regionaler Sorten an die jeweiligen Boden- und Wachstumsbedingungen. Diese Vielfalt darf nicht verloren gehen. Deshalb setzt sich der Ökolandbau für den Erhalt alter Pflanzensorten ein.“

Die „Arbeitsgemeinschaft Kartoffel des Jahres“ besteht aus zehn Mitgliedern, darunter Bioland und Slow Food.

„Weinberger Schloßkipfler“ ist zum Beispiel von folgenden Erhaltungszüchtern und Händlern für den Privatgebrauch in geringen Mengen zu beziehen:

Kartoffel Müller, Hauptstr. 58, 89278 Nersingen-Straß, Telefon: +49 7308 9243371, E-Mail: info@kartoffel-mueller.de,

Tartuffli Naturwaren e.K., Ammerseestraße 1a, 86940 Schwifting, Telefon: +49 8191 9854226, E-Mail: info@erlesene-kartoffeln.de,

Kontakt:

Wilfried Stegmann, „Arbeitsgemeinschaft Kartoffel des Jahres“, Tel. +49 162 1315134


Sie wollen immer aktuell informiert sein?      Jetzt den SCHÖNE-HEIDE-Newsletter abonnieren


➔ Zurück zum Seitenanfang


Ich bin Partnerin des Naturparks Lüneburger Heide

Partner-Logo "Naturpark-Partnerlogo" des Naturparks Lüneburger Heide

➔ Mehr über das Netzwerk erfahren

Freizeittipps

➔ Mehr Freizeittipps entdecken

Aus der Region

Maislabyrinth Rockstedt 2020 - Luftaufnahme Hans-Heinrich Heins
Maislabyrinth in Rockstedt

Großes Maislabyrinth im Kreis Rotenburg mit 4 Kilometer Wegen – bis Ende September immer am Wochenende geöffnet – ideal für Feiern und Kindergeburtstage

© Landkreis Harburg
Mit der Heidschnucke die Heide zwischen Elbe und Oste entdecken und erleben

Erste Ost-West-Buslinie durch den Landkreis Harburg ist am Start: In 106 Minuten von Winsen nach Tostedt Einmal quer durch den Landkreis in 106 Minuten und dabei vorbei an den Schönheiten der Heide: Eine neue Buslinie verbindet jetzt Winsen und Tostedt und lädt dazu ein, die Heide zwischen Elbe und Oste zu entdecken und zu erleben.…

Jochen und Günter befinden sich derzeit mitten im natürlichen Fellwechsel und sehen deshalb derzeit ein wenig „zerrupft“ aus.
Trampeltiere im Wildpark: Ein Hauch von Steppe in der Heide

„Jochen“ und „Günther“ fühlen sich von Minute eins im Wildpark Lüneburger Heide sichtlich wohl Gemächlich, sanft und mit beeindruckender Präsenz sind sie angekommen: Die beiden Trampeltier-Hengste Jochen (13 Jahre) und Günther (6 Jahre) haben ihr neues Zuhause im Wildpark Lüneburger Heide bezogen – und bringen mit ihrenmarkanten Doppelhöckern, ihrem freundlichen Wesen und ihrer entspannten Art…

➔ Mehr aktuelle Beiträge für Sie

Einkaufstipps

Kaltgepresste Bioöle der Ölmühle Godenstedt: Leinöl, Haselnussöl, Walnussöl und Hanföl

Bio-Öle und mehr von der Ölmühle Godenstedt

Natürlichkeit, Qualität und Regionalität sind die Basis für die kaltgepressten Bio-Öle der Ölmühle Godenstedt: Bio-Hanföl, Bio-Haselnussöl, Bio-Leinöl, Bio-Sonnenblumenöl und Bio-Walnussöl

Der "Alte Provisor" wird nach einem alten Rezept hergestellt. Foto: CTM GmbH

Auf zur kulinarischen Shoppingtour nach Celle

Ob echter Gin aus der Heide oder Kaffee aus der stadteigenen Rösterei. Im niedersächsischen Celle sind bei einem gemütlichen Bummel durch noch so manch` inhabergeführtes Geschäft ganz besondere Schlemmereien – vor allem direkt auch zum Mitnehmen – zu finden.

➔ Mehr Einkaufstipps für die Lüneburger Heide