
Ausstellung im Kloster Ebstorf
(Bild: Kloster Ebstorf)
Da kommt so mancher doch ins Träumen und ins Schwärmen, wenn von den Ebstorfer Aschenbahnrennen die Rede ist. Ein – für die jüngere Generation eher unverständlicher – Zauber scheint von diesem Begriff auszugehen. Aber wenn man in die Augen der „alten Hasen“ blickt, die noch selbst dabei waren, meint man, einen Schimmer der staubverschmierten Jungengesichter von damals wiederzuerkennen.
In den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts, also vor ziemlich genau 65 Jahren, wurde die neue Aschenrennbahn in Ebstorf in Betrieb genommen. Schnell gewann sie an Popularität und zog sportbegeisterte Zuschauer wie auch Spitzenkönner auf dem Motorrad in ihren Bann.
Die „Männer des Eisenschuhs“, wie sie in der Presse respektvoll genannt wurden, trugen in Ebstorf Meisterschaften aus, die damals vom Publikum noch aus großer Nähe begleitet werden konnten. Staubbedeckte Gesichter gab es daher nicht nur bei den Fahrern, sondern auch bei den Zuschauern direkt an der Bahn.
Mit der Ebstorfer Aschenbahn sind nicht nur die Namen etlicher Ebstorfer Bürger untrennbar verbunden, die durch ihren persönlichen Einsatz und ihr starkes Engagement zum Zustandekommen der Anlage beigetragen haben. Der 1. Vorsitzende des Motorsportclubs Ebstorf, der Fuhrunternehmer H. Roszick als Vater des Gedankens und viele weitere Ebstorfer Bürger, die auf unterschiedliche Weise Planung und Durchführung des Anlagenbaus unterstützt, finanziert und begleitet haben, sind alten Ebstorfern noch in guter Erinnerung. Ebenso auch Fahrer wie Schärling, die mit rasanten 70 km/h über die Bahn donnerten und die Asche hoch aufspritzen ließen. Die Bahn als Gemeinschaftswerk des Fleckens Ebstorf erfüllte damals auch alle Beteiligten mit berechtigtem Stolz.

mit bis zu 20.000 Besuchern
Der Ebstorfer Archivar Manfred Schmidt hat sich nun daran gemacht, die Erinnerung an röhrende Motoren, aufspritzende Asche, begeisterte Zuschauer und ein internationales Starterfeld in der ➔ Propsteihalle des Klosters Ebstorf wieder aufleben zu lassen.
Die von ihm zusammengestellte Ausstellung weckt aber sicher nicht nur nostalgische Erinnerungen, sondern zeigt eindrucksvoll, zu welch erstaunlichen Ergebnissen eine gemeinsam definierte und angestrebte Idee führen kann. Fotos, alte Zeitungsartikel und Werbematerial geben ein anschauliches Bild der früheren Renntage, an denen bis zu 20.000 Besucherinnen und Besucher aus fern und nah ihren Favoriten die Daumen hielten und Stürze und Zusammenstöße mit Schreckensschreien begleiteten.
Die Ausstellung „Die Ebstorfer Aschenrennbahn“ ist bis zum 14. Juni 2015 dienstags bis sonnabends zwischen 10.00 Uhr und 17.00 Uhr und sonntags zwischen 14.00 Uhr und 17.00 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.
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