Der Traditionsapfel „Horneburger Pfannkuchen“ ist Apfel des Jahres 2016. Das Freilichtmuseum am Kiekeberg und der BUND Hamburg pflanzten jetzt einen „Horneburger Pfannkuchen“-Baum im Landwirtschaftlichen Entdeckergarten des Museums.
Auf ➔ Norddeutschlands größtem Pflanzenmarkt am 16. und 17. April 2016 im Freilichtmuseum am Kiekeberg können Besucher neben vielen weiteren alten Apfelsorten auch den „Horneburger Pfannkuchen“ für den eigenen Garten kaufen.
Der „Horneburger Pfannkuchen“

Horneburger Pfannkuchen
Bild: Norddeutsche Apfeltage
„Er zeichnet sich durch sein festes Fruchtfleisch aus, das zunächst sehr säuerlich, dann milder schmeckt.“ erläutert Obstbauer Eckart Brandt. Der Experte erhält in seinem Boomgarden-Projekt alte Obstsorten und verkauft sie auf Märkten.
Der „Horneburger Pfannkuchen“ ist ein Winterapfel, der im Oktober geerntet wird und sich bei guten Lagerbedingungen bis in den März hält. „Er ist ein gutes Beispiel für einen Wirtschaftsapfel, der bei den Obstbauern wegen seiner guten Erträge und seiner Robustheit sehr beliebt war.“
Im Alten Land führte der „Horneburger Pfannkuchen“ in den 1930er Jahren sogar die Erntestatistik an. Dabei entfaltet sich das volle Aroma des Horneburger Pfannkuchens erst bei der Verarbeitung, zum Beispiel beim Einkochen oder Entsaften.
Eckart Brandt erklärt: „Der uns bekannte Tafelapfel ist süßer und für den sofortigen Verzehr gezüchtet. Jedoch benötigen Saft und Apfelmus auch eine gewisse Säure, die erst eine Ausgewogenheit des Produkts erzeugt.“

v. l. Prof. Dr. Rolf Wiese (Museumsdirektor), Eckart Brandt (Obstbauer und Autor mehrerer Fachbücher), Gudrun Hofmann (Vorstandsmitglied des BUND Hamburg), Carola von Paczensky (Vorstandsmitglied des BUND Hamburg), Foto FLMK
Ein „Horneburger Pfannkuchen“-Baum schlägt nun Wurzeln im Landwirtschaftlichen Entdeckergarten des Freilichtmuseums am Kiekeberg. Auf dem Bio-Parkplatz wachsen rund 300 Obstsorten. Wenn die Bäume Früchte tragen, können die Besucher hier probieren und ganz nebenbei noch vieles über historische und moderne Obstsorten lernen.
„Das Freilichtmuseum am Kiekeberg erhält alte und vom Aussterben bedrohte Nutzpflanzen. Wir möchten zeigen, wie Landwirtschaft früher funktionierte und welche Unterschiede es beim Obstanbau früher und heute gibt“, erläutert Museumsdirektor Professor Dr. Rolf Wiese. „Außerdem nutzen wir die Äpfel auch. Wir pflegen den Entdeckergarten und zwei Streuobstwiesen nach Bioland-Richtlinien und stellen hochwertige Säfte her. Alles regional, ohne Zusatzstoffe und mit dem besonderen Geschmack der alten Sorten.“
Alte Sorten bewahren
Neben dem Geschmack ist heute auch der Klimawandel ein Grund, historische Sorten zu bewahren. BUND-Mitglied Gudrun Hofmann erklärt: „Wir wissen nicht, ob wir die alten Sorten in Zukunft brauchen. Sie sind zum Teil für bestimmte Wetterlagen geeignet und können zur Züchtung neuer Sorten genutzt werden. Schon jetzt wachsen manche Apfelsorten durch das veränderte Klima nicht mehr optimal.“
Zudem drohen alte Apfelsorten in Vergessenheit zu geraten und werden aus den Sortimenten der Supermärkte verdrängt. „Auch deswegen ist es uns ein Anliegen, die einheimischen Apfelsorten bekannter zu machen. Von den 4.000 Apfelsorten, die es in Deutschland gibt, landen immer nur die gleichen fünf Sorten im Supermarkt.“ ergänzt Carola von Paczensky vom BUND.
Den „Horneburger Pfannkuchen“ und weitere historische Apfelsorten und Obstbäume gibt es auf dem ➔ Pflanzenmarkt im Freilichtmuseum am Kiekeberg am Sonnabend und Sonntag, 16./17. April 2016 zu kaufen. Zwischen 10.00 und 18.00 Uhr können Besucher Stauden, Kräuter, heimische Gewächse und Raritäten an den zahlreichen Ständen entdecken.
Die nächsten großen Veranstaltungen im Freilichtmuseum am Kiekeberg
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