Ein Team aus Bauforschern um Jürgen Padberg von pmp Projekt GmbH hat sich im vergangenen Jahr erstmals intensiv mit dem ältesten Gebäude der Stadt Bremervörde, in dem sich heute das Bachmann-Museum Bremervörde befindet, beschäftigt.

mit Architekt Burghard Grote, Christina Bonke, Amtsleiterin Gebäudemanagement des Landkreises Rotenburg (Wümme) (links) und Museumsleiterin Ellen Horstrup.
© Bachmann-Museum Bremervörde
In einer bauhistorischen Untersuchung haben sie das gesamte Gebäude neu vermessen, dokumentiert und anhand von vielen Bauspuren erste Erkenntnisse zur Baugeschichte des letzten erhaltenen Schlossgebäudes gewonnen. Das vom Landkreis Rotenburg (Wümme), der VGH-Stiftung und der Stadt Bremervörde geförderte Projekt ist eine wichtige Vorbereitung für die anstehende Sanierung des bedeutenden denkmalgeschützten Museumsgebäudes.
Die ersten guten Nachrichten vermeldeten der Kreisarchäologe Dr. Stefan Hesse und sein Team, nachdem sie an verschiedenen Stellen die Fundamente des heutigen Museumsgebäudes, die auf einem Holzgerüst stehen, freigelegt hatten: Alle untersuchten Hölzer sind stabil.
Eine dendrochronologische Untersuchung, bei der die Jahresringe Auskunft über das Alter der Hölzer geben, führte dann aber bereits zu der ersten Überraschung: das Gebäude ist ein Neubau aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts und steht nicht auf mittelalterlichen Fundamenten, wie es bei alten Gebäuden oft der Fall ist.
Die Bauforscher haben sich bei ihren mehrmonatigen Untersuchungen Raum für Raum in dem dreistöckigen Gebäude vorgenommen, haben bei laufendem Museumsbetrieb alle Räume vermessen und beschrieben, jeden Bereich bis unter das Dach umfassend dokumentiert und an einigen Wänden die vielen Farbschichten untersucht.
Besonders spannend waren die Untersuchungen in den beiden Räumen im Erdgeschoss, in denen der Landkreis zeitgleich die inzwischen ebenfalls abgeschlossene Feuchtigkeitssanierung durchführte. Dort waren Verkleidungen und Putzschichten bis auf das Mauerwerk entfernt und auch der Sisalbodenbelag aufgenommen worden.
Dadurch waren zugemauerte Fenster, alte Tapeten und der alte Holzdielenboden wieder sichtbar geworden. In einem kleinen Bereich konnten die Experten unter einer Schuttschicht sogar noch den originalen Fußboden der ersten Bauphase aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts freilegen. Damals war das Gebäude als Kanzlei des Bremervörder Schlosses erbaut worden.
„Besonders freue ich mich darüber, dass viele interessante Bauspuren im Erdgeschoss sichtbar bleiben, so zum Beispiel auch dieser Fußboden aus dem 17. Jahrhundert. Wir denken bereits über eine Idee nach, wie wir die vielen neuen Entdeckungen für unsere Besucher zugängig machen können“, verrät Museumsleiterin Ellen Horstrup.
Die oberen Stockwerke des sanierungsbedürftigen Gebäudes bleiben allerdings weiterhin wegen des mangelhaften Brandschutzes und unzureichender Fluchtwege für Besucher bis zum Abschluss einer Sanierung des gesamten Gebäudes gesperrt. Die Planungen für diese behutsame denkmalgerechten Sanierung werden in diesem Jahr intensiv weitergeführt.
➔ Mehr Info unter www.bachmann-museum.de
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