Neue Sonderausstellung „Aufgeblüht! Norddeutsche Gartenkultur“
20. April bis 15. Oktober 2017

Bild: FLMK
Freizeitoase und Tobeplatz, Anbaufläche und Repräsentation: Der Garten bietet für jeden etwas. Der Mensch und sein Garten stehen im Mittelpunkt der neuen Sonderausstellung „Aufgeblüht! Norddeutsche Gartenkultur“ im Freilichtmuseum am Kiekeberg. Die Ausstellung ist vom 20. April bis 15. Oktober geöffnet und erstreckt sich über das gesamte Museumsgelände. Der Eintritt ins Museum kostet 9,00 €, für Besucher unter 18 Jahren ist er frei.
„Wir nehmen unsere Besucher mit auf eine Zeitreise durch die Gartenkultur“, sagt Museumsdirektor Prof. Dr. Rolf Wiese. „Dazu haben wir die Ausstellung sowohl drinnen als auch draußen eingerichtet. Die historischen, wertvollen Exponate schützen wir in Vitrinen. Von dort aus können Besucher in die Gärten spazieren und die Veränderungen über die Jahrhunderte direkt ansehen.“ Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm. Zum Beispiel erklärt ein Botaniker Pflanzen, die sich selbst säen und von vielen Menschen als klassisches Unkraut bezeichnet werden. Eine Köchin zeigt, wie aus diesen Wildkräutern köstliche Gerichte gekocht werden.

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Seit Jahrhunderten pflegen Menschen Gärten und verfolgen unterschiedliche Ziele: Versorgung, Repräsentation, Erholung. „Heute genießen wir vor allem, selbst Gemüse zu ziehen, es reifen zu sehen und die Jahreszeiten auch im Garten zu erleben. Der Garten gibt uns damit einen Zugang zum Ursprünglichen, ist gezähmte Natur. Und Freizeitvergnügen liefert er gleich mit“, fasst Rolf Wiese die aktuellen Tendenzen zusammen.

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Der Garten ist beliebt bei allen Altersgruppen. Das zeigen auch die hohen Auflagen von Garten- und Landleben-Zeitschriften, von Blogs und facebook-Gruppen. „Garten-Zeitschriften gibt es schon sehr lange“, so Rolf Wiese. „Sie informierten über neue Sorten, Gartengeräte und Schädlingsbekämpfung.“ Im 18. Jahrhundert war es die klassische Hausväter-Literatur, im 19. und 20. Jahrhundert gab es Fachzeitschriften für den „gebildeten Gärtner“. Erst seit einigen Jahren ist das Wissen über Gartenanlage, Fruchtfolge und Obstbaumschnitt populär geworden und erreicht die breite Bevölkerung mit und ohne Garten.
Früher war klar: Nützlich sollte er sein, der Garten am Haus. Kräuter und Gemüse, für Magd und Bauersfrau gut erreichbar, wenn sie ein Auge auf das offene Feuer im Reetdachhaus haben mussten. Über die Jahrhunderte hinweg entwickelte sich der ursprüngliche Gemüsegarten zu einem romantischen Ort der Naturverklärung, zu einem pflegeleichten Sportplatz für Kinder, zum Biotop oder Grillplatz. Heute findet jeder für sich das passende Garten-Konzept: Urban Gardening gehört dazu, das „neue Kleingärtnern“ und auch das üppige Grün auf Stadtbalkonen.

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Die Ausstellung „Aufgeblüht!“ führt von der traditionellen Gartennutzung bis zu alternativen Formen vom Gärtnern. Die Gärten im Freilichtmuseum spiegeln dies wider: Sie sind passend zu den jeweiligen Gebäuden angelegt und zeigen z. B. einen Erwerbsgarten um 1900 mit den damals exklusiven und für den Verkauf in Hamburg bestimmten Johannisbeeren und Spargel. Aber auch die modernen Gartenformen und Dekorationen, mit Fertiggartenhaus und Gartenzwergen finden sich im Museum.
Pflanzenmärkte am Kiekeberg 2017:
Sonnabend und Sonntag, 22. und 23. April: ➔ Pflanzenmarkt im Frühling
Sonntag, 16. Juli : ➔ Rosenmarkt
Sonnabend und Sonntag, 26. und 27. August: ➔ Pflanzenmarkt zum Herbst
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