Holzbank in der blühenden Heidelandschaft der Lüneburger Heide

1200 Jahre Ebstorf: Klosterfest zu Luthers Zeiten – Eine Zeitreise ins 15. Jahrhundert

Anlässlich der 1200 Jahr Feier in Ebstorf wird am 9.und 10. September 2017 kräftig am Rad der Zeit gedreht. Der Tross der Fogelvreien hält Einzug mit Handwerkern, Krämern, Spielleuten und Gauklern in Ebstorf, um im Schatten des Markt zu halten. Auch das Kloster Ebstorf öffnet zur Marktzeit seine Pforten, um in Kirche und Kreuzgang auf Wegen der Besinnung Stille und Einkehr zu finden.

Zahlreiche Ebstorfer beteiligen sich am "Klosterfest zu Luthers Zeiten". Foto: Touristinformation Ebstorf
Zahlreiche Ebstorfer beteiligen sich am „Klosterfest zu Luthers Zeiten“.
Foto: Touristinformation Ebstorf

Ein spätmittelalterliches Markttreiben auf dem Wirtschaftshof des Klosters zeigt Handwerker bei der Arbeit, Krämer und Hökerer bieten ihre Waren feil, und ein trefflich Kulturprogramm sorgt für beste Unterhaltung für Jung und Alt.

Die Zeit des ausgehenden Mittelalters um 1500 ist das Ziel dieser Zeitreise in die Vergangenheit. Und so können die Besucher auch Einblicke in die Welt des Reformators Martin Luthers erleben. Auch viele Bürger aus Ebstorf sind dem Ruf der Organisatoren gefolgt, werden sich an der Inszenierung in historischem Gewande beteiligen und den Markt mit Leben und Aktionen erfüllen.

Eröffnung um 13.00 Uhr am Samstag

Am Samstag mit Glockenschlag Eins (13:00 Uhr) wird das Fest mit Fanfarenstoß beginnen. Schmied und Drechsler, Töpfer und Steinmetz beginnen ihr Tagwerk und lassen sich bei der Arbeit über die Schulter sehen. Die Krämer bieten allerhand Spezereien von den Handelsstraßen der Alten Welt und die Fleischhauer und Garbräter entfachen die Feuer, auf dass niemand Hunger oder Durst zwicken möge. An der Bierbrauerei wird ein frisches Klosterbier gebraut, und Fastenspeise ganz ohne Fleisch bietet der Fladenbäcker.

Von der Bühnenmitte unterhalten die Spielleute mit artig´ Musica und derben Tänzen. Die Gaukler haben die Schwerkraft überlistet und zeigen meisterhafte Akrobatik und wissen mehr als drei Gegenstände gleichzeitig in der Luft zu halten. Zum Tanz der Marktleute sammeln sich die Meister der Zünfte am späten Nachmittag auf dem Platz, im Refektorium des Klosters wird höfischer Tanz gezeigt.

Für die Kinder gibt es allerhand zu sehen und zu werkeln – der Spieleparcours Farbenfroh lädt zum Verweilen, beim Puppenspiel hören die Kinder Aventuren aus Alter Zeit und bei den Stadtwachen können sie sich auf dem Tjostbalken messen… Auch bei den Handwerkern können sie Hand anlegen und sich als Geselle verdingen für eine Stund´.

Messe im Kloster zum Auftakt am Sonntag

Die Klosterkirche von Kloster Ebstorf/Foto: Anne Bremer
Die Klosterkirche von Kloster Ebstorf

Der Sonntag beginnt mit einer Messe im Kloster. Wie es Sitt´und Brauch ist, öffnet der Markt am Sonntag erst nach Mess´ und Kirchgang (gegen 11:00 Uhr). Auch an diesem Tage befleißigen sich die Handwerker einer gottgefällig Arbeit. Gaukler und Spielleute geben ihr Bestes, zum Tanz wird um Viere gerufen und alle Künstler sammeln sich am Abend zum gemeinsamen Tavernenspiel. Der Nachtwächter ruft um Sieben zum letzten Trank und der Markt schließt für dieses Jahr.

Kloster Ebstorf

Schon im Mittelalter und auch heute noch ist das eng mit der Umgebung, dem Flecken Ebstorf verbunden. So werden sich beim Klosterfest viele Ebstorfer Bürger und Vereine einbringen, vom Chor bis zur Schützengilde. Besonders die Schützengilde Ebstorf von 1289 e.V. und das Kloster stehen in einer engen und langen Tradition zueinander, und so trifft man auch an diesem Wochenende die Gildebrüder überall im Kloster und auf dem Platz, wo sie für Obhut sorgen.

Beim Tanz der Marktleute am Samstag und Sonntag mag es sein, dass die Schützen wieder nach alter Tradition mit den „Schafferhölzern“ die 1567 erstmalig erwähnt wurden, „wider die wilden Tanzsitten“ einschreiten müssen, denn bisweilen lassen die Marktleut´ beim Tanz die Röcke der Frauen tüchtig wirbeln… Die Tanzmeisterin versprach, schon auf das Klopfen der Hölzer Einhalt zu gebieten…

Tanz der Marktleute Foto: Fogelvrei
Tanz der Marktleute
Foto: Fogelvrei

Klöster waren schon immer Orte an denen Reisende Aufnahme fanden – und so mögen die Besucher des Klostermarktes an diesem Wochenende auch Einlass finden in das Kloster: Die Kirche und der Kreuzgang des Klosters sind zu erkunden, die Gäste können der Messe, der Orgelmusik oder der Andacht lauschen, und zur Messe am Sonntag möge das Haus Gottes wohl gefüllt sein. Die Ebstorfer Weltkarte, die größte bekannte Weltdarstellung aus dem Mittelalter, wird von den Konventualinnen des Klosters mehrmals während des Marktgeschehens erläutert.

Das Kloster als „geistiger Ort der Ruhe“ und der Markt als „weltlicher Ort des Trubels“ ergänzen sich somit in der Inszenierung und die Besucher erleben einen besonderen Ort.

Für die Ausgestaltung und Organisation des Festes konnte der Flecken Ebstorf die aus Bad Bodenteich und Uelzen bekannte Produktionsfirma Fogelvrei Produktionen gewinnen. „Das Spannungsfeld des ausgehenden Mittelalters und dem Aufbruch in die Neuzeit fasziniert gerade im Lutherjahr die Menschen besonders“ sagt Projektleiter Johannes Faget, „am Ebstorfer Kloster finden wir für diese Inszenierung im Geist der Renaissance einen hervorragenden Aufführungsort. Besonders freue ich mich über die Gelegenheit für die Besucher, dass Kloster und Markt als gemeinsamer Ort erlebt werden kann und über die rege Teilnahme der Ebstorfer Bürger, die als Marktaussteller, historische Bürger und Darsteller an die eigene Geschichte erinnern, sowie die Mauritiusschule, die mit ihren Grundschulschülern in der Woche vor dem Fest in einer Projektwoche das Thema Mittelalter erlebbar macht, die die Schüler dann an dem Festwochenende präsentieren. Alle zusammen werden mit uns die Zeitreise erlebbar machen.“

Kurzum: Zwei Tage beste Zeitreise in die Zeit des ausgehenden Mittelalters mit vielen Facetten der alten Zeit, gleichermaßen unterhaltsam wie lehrreich, lohnt sich der Besuch bei den Fogelvreien am Kloster Ebstorf.

Eintrittspreise:

Erwachsene 6,00 €/ermäßigt 4,00 €
Eine Familienkarte gibt’s für 18,00 € (zwei Erwachsene und alle zugehörigen Kinder unter 16 Jahren)

Zeiten:

Samstag: 13:00 – 21:00Uhr
Sonntag: 11:00 – 19:00Uhr


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