Karte des künftigen Kutschtrassennetzes als Grundlage für die in 2018 neu aufzulegende NSG-Verordnung erarbeitet – System der „Qualitätskutscher“ wird zu „Heidekutschern“ weiter entwickelt

Die Kutscher der Naturparkregion sind die Imageträger der Lüneburger Heide! Das ist das Leitmotiv des EU geförderten LEADER-Projektes Dialog Kutsche im Naturpark Lüneburger Heide. Kutschfahrten in der Lüneburger Heide sind ein wichtiges wirtschaftliches und kulturelles Gut. Die rund 150 Kutscherinnen und Kutscher vermitteln die Naturparkregion, sie repräsentieren die Heimat und sind identitätsstiftend. Zudem ermöglichen sie barrierefreie Erlebnisse insbesondere im autofreien Naturschutzgebiet und im gesamten Naturpark.
„Dialog Kutsche“ seit 2016
2016 wurde der „Dialog Kutsche“ ins Leben gerufen, um gemeinsam mit Kutschern, Kommunen, Grundeigentümer, Naturschützern und vielen anderen Akteuren u.a. ein nachhaltiges Konzept zur Nutzung und Unterhaltung der Kutschwege zu erarbeiten. Ziele des Dialogs sind die die Vernetzung der Akteure in der Region, die Vereinheitlichung der Sach- und Fachkenntnissen und die Entwicklung von verbindlichen Vereinbarungen insbesondere durch ein extern moderiertes Dialogforum.
Eine öffentliche Auftaktveranstaltung im März rückte rechtliche Fragestellungen zum Thema Wegenutzung und -instandhaltung in den Fokus. Fragen, wie zum Beispiel „Wo darf ich als Kutscher fahren wenn ein Reitweg neben einer befestigten Straße verläuft?“, „Wer ist für die Qualität der Wege verantwortlich“ oder „Warum sind zwar die Reitwege, aber nicht die Kutschwege ausgeschildert?“ wurden thematisiert.
Seitdem ist im „Dialog Kutsche“ eine Menge passiert! Die große Arbeitsgruppe „Trassennetz“ ist aus allen relevanten Akteuren zusammensetzt um das Trassennetz zu erarbeiten: Dem Naturpark Lüneburger Heide, den Kutschern, den Grundeigentümern, Gemeinden beider Landkreise, der Lüneburger Heide GmbH, den Unteren Naturschutzbehörden, den Umweltverbänden, den Landkreis-Wirtschaftsförderungen und Verkehrsbehörden sowie dem Landvolk.
„In bisher vier Arbeitsgruppensitzungen wurde nun der Bestand des gesamten Kutschtrassennetzes im NSG Lüneburger Heide 2 analysiert, eine detaillierte Beschreibung der Lage und des Zustandes der von den Kutschern gewünschten und von den Grundeigentümern und den Unteren Naturschutzbehörden gestatteten Trassennutzungen wurde erarbeitet. Eine Karte des Trassennetzes mit derzeit 41 Trassen inklusive Varianten sowie Steckbriefe aller Trassen ist entstanden. Dies soll die Grundlage für die in 2018 neu aufzulegende NSG-Verordnung und die darin enthaltenen Regelungen für Kutschen bilden. Eine Abstimmung unter den beteiligten Akteuren erfolgt im Konsens“, freut sich Olaf Muus, Vorstandsvorsitzender der Naturparkregion Lüneburger Heide e.V. „Da dieses konsensorientierte Dialogverfahren bereits im Vorfeld zur Aufstellung der neuen NSG-VO stattfindet, kann dies den späteren Beteiligungsprozess zu diesem Thema im förmlichen Verfahren erheblich abkürzen.“ Nun wird geklärt, welche Trassen wie und durch welche Akteure gepflegt sowie unterhalten werden.
„AG Kutschen & Tourismus“
In der „AG Kutschen & Tourismus“ sind Kutscher, Gemeinden beider Landkreise, die Tourismusorganisation Lüneburger Heide GmbH, die Touristinformationen, der Naturpark Lüneburger Heide und die Landkreis-Wirtschaftsförderungen vertreten. Erste Diskussionen und Austausche der beteiligten Akteure sind erfolgt, z. B. über eine Weiterentwicklung des Systems „Qualitätskutscher“. Angesprochen wurden auch bereits die Organisationsformen der Kutscher untereinander an den verschiedenen Kutschenabfahrtsorten in der Region und das zukünftige Marketing für die Kutschbetriebe durch Dritte.
„Der Prozess hat im Bereich Tourismus bereits intern viel angestoßen. Vorhandene Daten werden gemeinsam mit Kutschern überprüft, es wird an neuen Marketing- und Förderungsideen gearbeitet“, so Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH.
Aus Sicht aller Beteiligten hat die externe Moderation durch die AG Planung & Moderation, Joachim Möller und Irmela Feige aus Hamburg für eine konstruktive und nachhaltige Verständigung unter den beteiligten Akteuren gesorgt. Am Rande der Sitzungen hat sich immer wieder gezeigt, dass auch zahlreiche Nebeneffekte eingetreten sind, die ohne den „Dialog Kutsche“ mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht eingetreten wären.
„Kutscher und Wegeeigentümer sprechen miteinander, was sie vorher nicht getan hätten. Inzwischen entwickeln sie sogar gemeinsame Produkte rund um das Kutschfahren“, so Klaus Meyer, Kutscher aus Schneverdingen. „Wir danken dem Naturpark ausdrücklich für sein Engagement in diesem Projekt!“
Der Dialogprozess geht zunächst bis Ende 2017; derzeit wird eine eventuelle Weiterführung des Projektes besprochen.
Das Projekt „Dialog Kutsche“ wird im Rahmen des EU-Förderprogramms LEADER (Förderung der Entwicklung im Ländlichen Raum) gefördert.
Informationen zu Kutschen im Naturpark und weiteren Veranstaltungen im Rahmen des Projektes finden Sie auf den Seiten ➔ www.naturpark-lueneburger-heide.de oder ➔ www.dialog-kutsche.de.
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