Holzbank in der blühenden Heidelandschaft der Lüneburger Heide

Erich Klahn – Ulenspiegel. Ausstellung ab 26. Februar 2016 im Bomann-Museum Celle

Erich Klahn - Illustration zu Ulenspiegel von Charles de Coster: Ulenspiegel vor dem Markgrafen ua Foto: Bomann-Museum Celle
Erich Klahn: Ulenspiegel vor dem Markgrafen ua
Foto: Bomann-Museum, Celle

Am 26. Februar 2016 um 18.00 Uhr eröffnet das Bomann-Museum die Ausstellung „Erich Klahn – Ulenspiegel“.

Die Schau präsentiert eine Auswahl von Erich Klahns 1312 Illustrationen zu dem gleichnamigen Roman Ulenspiegel* von Charles de Coster. Das Museum ist die letzte Station der Wanderausstellung, anschließend werden die Aquarelle wieder in die Herzog-August-Bibliothek nach Wolfenbüttel zurück gebracht.

In mehreren Arbeitsphasen arbeitete Erich Klahn von 1935 bis kurz vor seinem Tod 1978 an diesem ungewöhnlichen und in seinem Umfang herausragenden Illustrationswerk. Die nur etwa postkartengroßen Blätter zeigen eine erstaunliche Vielfalt an Gestaltungsmitteln. Sei es in filmartigem Detailreichtum vielblättriger Serien oder mit einem Einzelblatt, mal episch, mal in drastischer Verkürzung, gefühlvoll, theatralisch, witzig oder ergreifend: Klahn hat sich in immer neuen Varianten auf den Roman eingelassen.

Erich Klahn - Illustration zu Ulenspiegel von Charles de Coster: Ulenspiegel foppt die Blinden - Foto: Bomann-Museum Celle
Erich Klahn – Illustration Ulenspiegel foppt die Blinden
Foto: Bomann-Museum Celle

Keine lustigen Streiche und keine strahlenden Helden

Wer allerdings Till Eulenspiegels lustige Streiche erwartet, der wird enttäuscht: Charles de Coster versetzte die Legendengestalt des Tyll in die Niederlande des 16 Jahrhunderts, in die Zeit des Aufstands gegen die spanische Besatzung. Dieser historische Rahmen bedingt Erzählungen und Illustrationen zu Unterwerfung und Aufbegehren, Inquisition und Intrigen, Verbrechen und Grausamkeiten. Der Schelm mutiert zum Scharfschützen.

Aber auch das strahlend Heldenhafte sucht man vergebens: Tyll und die Seinen sind einfache Menschen in ärmlicher Kleidung, von Entbehrungen gezeichnet. Die Tyrannen werden als düstere Gesellen dargestellt und sind kaum zu unterscheiden von den Rebellenführern, die den pfiffigen Narren Tyll für den Kampf gegen die Spanier anheuern.

Die aktuelle Auswahl stellt die Protagonisten vor und zeigt, wie Klahn, dem Erzählstrang de Costers folgend, seinen persönlichen Ulenspiegel zu Papier brachte.

Eine Auseinandersetzung mit Klahns zeichnerischem Hauptwerk bieten die Texte in der Ausstellung sowie ein Katalog. Die Ausstellung ist vom 27. Februar bis 29. Mai 2016 in der Ehrenhalle des Bomann Museums zu sehen.

➔ www.bomann-museum.de

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