Holzbank in der blühenden Heidelandschaft der Lüneburger Heide

Lokale Aktionsgruppe Lüneburger Heide beschließt die ersten LEADER-Projekte

Regionalmanagerin Hanna Fenske erläutert den Ablauf zur Abstimmung über die Projektanträge © Naturpark Lüneburger Heide e.V.
Regionalmanagerin Hanna Fenske erläutert den Ablauf zur Abstimmung über die Projektanträge
© Naturpark Lüneburger Heide e.V.

Der Vorsitzende Olaf Muus eröffnete die 5. öffentliche Sitzung der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Naturparkregion Lüneburger Heide in der Wassermühle Heiligenthal und machte deutlich, wie sehr er und die Region sich nun freuen, um endlich mit der konkreten LEADER-(Liaison entre actions de développement de l’économie rurale, „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“)-Projektarbeit anzufangen.

Die ersten vier LEADER-Projekte wurden auf den Weg gebracht

„Die ganze Naturparkregion hat lange auf diesen Tag gewartet. Endlich können wir unsere LEADER Regionalmanagerin Frau Hanna Fenske begrüßen und die ersten vier Projekte auf den Weg bringen. Frau Fenske wird als Ansprechpartnerin für alle Fragen zum europäischen Förderprogramm LEADER das Team des Naturparks für die kommenden sieben Jahre unterstützen und gemeinsam mit vielen Akteuren unterschiedlichste Projekte auf den Weg bringen und umsetzen“, so Muus.

Hanna Fenske ist Diplom-Soziologin und bringt viele LEADER-Erfahrungen durch ihre Tätigkeit als Regionalmanagerin für das „Südliche Nordfriesland“ (Schleswig-Holstein) mit. Sie freut sich nun darauf, auch im Naturpark mit Leuten zusammenzuarbeiten, die sich für ihre Region engagieren.

Im LEADER-Prozess stehen der Naturparkregion in den kommenden sieben Jahren 2.8 Mio  € EU-Mittel für Projekte zur Verfügung. Die Bereiche, in denen diese Gelder vergeben werden dürfen, hat die Region selber im Regionalen Handlungskonzept (REK) festgelegt. Die Lokale Aktionsgruppe, die sich zu 50 % aus Vertretern der Kommunen und Landkreise und zu 50 % aus Vertretern von Vereinen, Verbänden und Interessengruppen zusammensetzt (Tourismus, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Kunst, Kultur, ADFC, Wanderverein, Verkehr uvm.) entscheidet u. a. über die Vergabe der Mittel. Im Rahmen der 5. Sitzung musste die LAG nun erstmals über Projekte beraten und beschließen.

Finanzielle Unterstützung des Regionalmanagements

Eine finanzielle Unterstützung des Regionalmanagements hat die LAG sogleich durch die Bereitstellung von Geldern zur Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung/ Qualifizierung der Akteure der Region zugesagt.

Vergrößerung und Aufwertung des Eingangsbereiches des Dorfparks in Egestorf

Das zweite Projekt stellte Hans-Joachim Menke von der Gemeinde Egestorf vor. Egestorf plant den Eingangsbereich des Dorfparks aufzuwerten und zu vergrößern. “Wir wollen einerseits die Qualität durch verkürzte Wartezeiten steigern und andererseits die Räumlichkeit nutzen, um die Vielzahl an Besuchern mit Informationen, auch aus der Naturparkregion zu versorgen sowie ihnen regionale Produkte anbieten“, erläutert Menke das Projekt. Die Notwendigkeit der Maßnahme unterstrich Herr Menke, und im weiteren Verlauf der Beratungen auch viele Mitglieder der LAG, damit, dass die Zahl der Besucher des Barfußparks, Aquadies, Jugendcamps im Dorfpark auf inzwischen über 100.000 Besucher jährlich gestiegen ist. „Es ist unsere Aufgabe, einen guten attraktiven Eingangsbereich bereitzustellen“, schließt Menke seinen Antrag auf EU-Fördermittel der Region.

Amelinghausener Kunststücke vom Lopaupark zur Oldendorfer Totenstatt

Michael Göbel vom Verein Regionale Kulturlandschaft, Samtgemeinde Amelinghausen, schloss sich, mit der Vorstellung des Projekts „Amelinghausener Kunststücke vom Lopaupark zur Oldendorfer Totenstatt“ an. „Im Lopaupark sollen u. a. skulpturale Kunstinstallationen zum Thema Megalithkultur entstehen. Damit soll der Bogen zwischen Geschichte und künstlerischer Aufarbeitung gespannt werden“, erläutert Göbel. Es würde damit ein emotionaler Zugang zur Beerdigungskultur der damaligen Zeit geboten. Temporäre Kunstaktionen auf dem 2 km langen Weg zwischen Lopaupark und der Totenstatt sollen das Projekt abrunden.

Moderierter Dialog Kutsche

Hilke Feddersen, Geschäftsführerin des Naturparks schloss mit dem Projekt „Dialog Kutsche“ an. Die Kutschen der Lüneburger Heide sind weltbekannt und fehlen auf keiner Postkarte oder in keinem Film. Sie sind wichtig für die Region. „Damit das auch so bleibt und die Vielzahl der Betroffenen rund um das Thema Kutsche zu einem einheitlichen Verständnis und zu langfristigen verbindlichen Vereinbarungen über Rechte, Pflichten, Wege, Qualität, Möglichkeiten und Grenzen kommen, strebt der Naturpark Lüneburger Heide eV einen moderierten Dialogprozess zum Thema Kutsche in der Region an.“ Im Rahmen des Projektes werden keine Wege gebaut und Investitionen getätigt, sondern es geht nur um den Dialog und die gemeinsamen Vereinbarungen.

„Die 30 anwesenden Mitglieder der LAG nahmen ihre Aufgabe sehr verantwortungsvoll wahr“ resümierte Vorsitzender Olaf Muus. „Es wurde viel gefragt und lebhaft diskutiert. Alle Mitglieder waren sich der schweren Aufgabe sehr wohl bewusst, denn mit diesen ersten Beschlüssen über Projektmittel schlagen wir ja auch die Pflöcke für die kommende Jahre ein.“

Alle vier vorgestellten Projekte erhielten die Zustimmung durch die LAG. Das bedeutet, dass diese Projekte alle aus dem 2,8 Mio. € starken Gesamtbudget der europäischen LEADER Region gefördert werden sollen. Eine Bedingung stellt die Region allerdings an alle ihre Antragsteller: Es muss bei jedem Projekt neben der vorgeschriebenen EU-Publizitätspflicht ein sichtbarer Bezug zur Naturparkregion hergestellt werden.

Als nächstes werden die Antragssteller den formellen Antrag an das Amt für regionale Landesentwicklung (ARL) Lüneburg stellen. Hier werden alle Kosten auf Angemessenheit und Förderfähigkeit geprüft. Anschließend erhalten die Antragsteller einen Zuwendungsbescheid und können an den Start gehen und ihr Projekt umsetzen.

Drei Sitzungen jährlich

Die LAG Naturparkregion Lüneburger Heide tagt voraussichtlich dreimal jährlich. Die nächsten Sitzungen finden am 25. April und am 19. Oktober 2016 statt. Projektanträge, die in der kommenden Sitzung beraten werden sollen, müssen spätestens am 22. März 2016 der Regionalmanagerin Hanna Fenske vorliegen. Antragsunterlagen, das REK und weitere Förderunterlagen finden Sie auf der Webseite des Naturparks und dem Menüpunkt EU Förderung. Für Fragen, Abstimmungen und Beratungen steht Frau Fenske unter Telefon: +49 4171 693145 unter E-Mail: hanna.fenske@naturpark-lueneburger-heide.de gern zur Verfügung.


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