
Foto: Kunststätte Bossard
Der Januar ist ein beliebter Monat für Inventur, Datenerhebung, „Ausmisten“ und Rückschau auf das vergangene Jahr. Auch die Kunststätte Bossard nutzt die ruhige Jahreszeit und den derzeit eingeschränkten Publikumsverkehr für allerlei grundlegende Tätigkeiten, zu denen das Museum im laufenden Betrieb kaum Zeit und Arbeitskräfte zur Verfügung hat. Dabei fällt der Rückblick auf 2015 sehr positiv aus.
Sonderausstellungen zu Ernst Barlach und Timm Ulrichs
Mit Sonderausstellungen zu den namhaften Künstlern ➔ Ernst Barlach und Timm Ulrichs machte das Haus seinem europäischen Rang alle Ehre. Beide Ausstellungen erfuhren deutschlandweite Resonanz und bescherten dem Gesamtkunstwerk viele Besucher – selbst aus dem Ausland.
Der prominenteste Gast war sicherlich Ministerpräsident Stephan Weil, der im Juni an der Kunststätte die Ausstellungskooperation „Timm Ulrichs. Des großen Erfolgs wegen“ zum 75. Geburtstag des Künstlers eröffnete. Der Schalk, den Timm Ulrichs zu gern gegenüber der Politik einsetzt, bescherte der Kunststätte die Schenkung eines seiner Kunstwerke, auf das Jesteburg und die Region in Zukunft noch sehr stolz sein können: Das Readymade „Musterfassade“ – in respektvoller Distanz außerhalb des Museumsgeländes am Bossardweg platziert – ist ein Beprobungsstück für den neuen Anbau des Sprengel Museums Hannover.
Das Ausstellungsstück war vom hannoverschen Künstler als Überraschung für die Landesregierenden inszeniert worden, die damit in der Nordheide – fern der Landeshauptstadt – die feierliche Eröffnung des Sprengel-Anbaus unfreiwillig um einige Wochen vorwegnahmen. Dieses Geschenk des Künstlers soll der Ausgangspunkt für den geplanten Kunstpfad zwischen der Ortsmitte von Jesteburg und der Kunststätte Bossard werden.
Auch die Sonderausstellung zu Ernst Barlach und seinem innigen Bezug zur Musik erwies sich als Publikumsmagnet. Besonders erfreulich die begleitenden Kooperationsveranstaltungen mit Kulturinstitutionen wie dem Jesteburger Podium und den Kirchengemeinden in Jesteburg und in Buchholz, die teilweise bei den Kooperationspartnern und nicht an der Kunststätte stattfanden.
„Wäre unser „Neues Atelier“ doppelt so groß, würden wir die Fläche zu Konzerten, Vorträgen und Ausstellungen ebenso locker füllen!“, konstatiert Dr. Mayr. Die Mehrfachnutzung des Raums für Ausstellungen, Konzerte und Vorträge erfordert vom Museumsteam immer wieder kurzfristige Auf- und Umbauten und Improvisationstalent. Ein großer Erfolg war die ➔ Spendenaktion des Freundeskreises der Kunststätte zur neuen Bestuhlung der Freilichtveranstaltungen, die zum ersten Mal beim Besuch des Ministerpräsidenten zum Einsatz kamen. 48 Spender wurden aktiv und 78 Stühle fanden ihre Paten. Dafür an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Geber und vor allem an den Freundeskreis, der bereits an neuen Projekten für 2016 strickt.
13.000 Besucher im vergangenen Jahr
Unter den 13.000 Besucherinnen und Besuchern, die die Kunststätte Bossard im vergangenen Jahr aufsuchten, waren auch zahlreiche Kinder und Jugendliche. Nicht zuletzt zwei regelmäßige Schulkooperationen – seit 2012 mit der Oberschule Jesteburg und seit 2009 mit der Realschule am Kattenberge in Buchholz – sorgen dafür, dass die Auseinandersetzung mit dem Schaffen der Bossards nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ auf hohem Niveau stattfindet. Weitere 8 – 10.000 Besucher erlebten die Werke der Bossards in der Sonderausstellung „Johann Michael Bossard und sein expressionistisches Gesamtkunstwerk“, die im letzten Jahr auf Schloss Clemenswerth im Emsland gezeigt wurde.
Bei aller Freude und Zuversicht für das aktuelle Jahr kann die Museumsleitung nicht umhin, auch kritische Töne anzustimmen: „Unsere Mitarbeiter, Ehrenämtler und freiwilligen Helfer arbeiten oft bis an ihre Belastungsgrenze. Immer weniger bleibt ihnen die Möglichkeit, ihre Überstunden auszugleichen. Auf die Dauer kann die Kunststätte so keinen professionellen Betrieb garantieren, geschweige denn expandieren.“ Doch das wird erforderlich sein, wenn das Gesamtkunstwerk wirtschaftlich agieren und weitere Einnahmequellen erschließen soll. „Erst einmal freuen wir uns über alles in den vergangenen Jahren erreichte und bedanken uns ganz herzlich bei unseren Förderern, bei privaten Spendern, bei unseren ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sowie bei den Mitgliedern unseres Freundeskreises“, so Mayr.
Veranstaltungskalender 2016
Der Veranstaltungskalender 2016 kann ab sofort auf der Homepage der Kunststätte Bossard unter ➔ www.bossard.de eingesehen werden und steht als ➔ PDF-Download zur Verfügung. Auch in diesem Jahr führt die Kunststätte Bossard durch ein abwechslungsreiches Programm aus Sonderausstellungen, Konzerten, Vorträgen, Kreativ-Kursen für Kinder und Erwachsene sowie Aktionstage für die ganze Familie. Ab Februar wird der Kalender in gedruckter Form in der Region verteilt.
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