Eine junge Frau mit besonderen Fähigkeiten in der höfischen Welt des 17. Jahrhunderts
Alessas Leben wird aus den Angeln gerissen, als ihre Tante stirbt und ihr ein geheimnisvollen Medaillon hinterlässt. Denn noch am selben Abend wird ihr Großvater ermordet, der sie nach dem Tod ihrer Eltern großgezogen und zur Diebin ausgebildet hat.
Alessa selbst entgeht nur knapp einem Anschlag und flieht mit Mühe und Not aus Venedig. Ihr Ziel: Celle, wo ihr einziger verbliebener Verwandter lebt.
Doch auch hier, am Hof des Herzogs von Braunschweig‐Lüneburg, ist sie nicht sicher. Der Mörder ihres Großvaters ist ihr dicht auf den Fersen, und er ist nicht der Einzige, der es auf das Medaillon abgesehen hat.
Martha Sophie Marcus über ihren Roman
Bildungsreisen durch Italien, das im 17. Jahrhundert als kulturell besonders hochrangig galt, gehörten für die jungen, adligen Herren aus Deutschland zum guten Ton. Auch Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig‐Lüneburg entdeckte auf diesem Weg in jungen Jahren seine Liebe zu Venedig, zur italienischen Oper, dem Karneval und zum Theater.
In Celle bei Hannover gestaltete er später sein Schloss zu einer repräsentativen Residenz im prunkvollen italienisch‐venezianischen Stil um. Er rief wechselnde Schauspielensembles an seinen Hof und ließ 1670 für sich und sein Gefolge im Celler Schloss sogar ein eigenes Theater einbauen.
Besonders erfolgreich waren zu dieser Zeit Schauspiele der Commedia dell’arte, die als Stegreiftheater mit typischen Figuren und Masken arbeitete: z. B. dem akrobatischen Harlekin (verkörpert den ungebildeten, aber bauernschlauen und körperlich besonders gewandten Bediensteten;), der Colombina (lebenslustige Magd oder Köchin), der Ballerina (Tänzerin, die der Unterhaltung zwischen den Akten dient), dem Pantalone (alter, venezianischer Kaufmann) und dem Brighella (gewitzter, listiger und sprachgewandter Bediensteter).
Einem solchen Ensemble schließt die „Meisterdiebin“ Alessa sich an, als sie 1667 aus ihrer Heimatstadt Venedig fliehen muss.
Mich reizte an diesem Roman vor allem, einmal eine Heldin in ein Abenteuer zu schicken, die selbst keine weiße Weste hat, sondern sich in der Unterwelt auskennt und weiß, wie man sich dort behauptet. Sie gemeinsam mit einer Schauspieltruppe aus dem farbenprächtigen Venedig an einen gesitteten deutschen Herzogshof zu versetzen, hat mir viel Spaß gemacht.
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© F. Füllgrabe
Die Autorin
Martha Sophie Marcus, geb. 1972, studierte Germanistik, Soziologie und Pädagogik in Hannover.
Heute lebt die Autorin mit ihrem Mann und zwei Kindern in Lüneburg.
Sie veröffentlicht historische Romane und legt mit ➔ „Elsternseele“* ihren ersten Roman für junge Leser vor.
Taschenbuch | Preis: 11,00 € | 400 Seiten | Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum: 25. August 2017 | ISBN-13: 978-3404175642 | Altersempfehlung: ab 16 Jahren
➔ Das blaue Medaillon: Historischer Roman* (Kindle-Edition)
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