Holzbank in der blühenden Heidelandschaft der Lüneburger Heide

Neue Sonderausstellung:
Das Pferd vereint – 50 Jahre Deutsches Pferdemuseum e.V.

Plakat der Sonderausstellung: Das Pferd vereint – 50 Jahre Deutsches Pferdemuseum e.V. 17.09. - 15.11.2015

Eine schlichte Sammelmappe mit der Aufschrift „Das Verdener Pferd 1924“ gilt als Anfang des Deutschen Pferdemuseums. In ihr sammelt der Verdener Heimatbund ab den 1920er Jahren erste hippologische Fotos, Zeitungsausschnitte und Dokumente und legte damit den Grundstein für eine pferdekundliche Sammlung, die heute in Deutschland einzigartig ist und deren Trägerverein in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert.

Anlässlich dieses Jubiläums präsentiert das Deutsche Pferdemuseum vom 17.09. bis 15.11.2015 die Sonderausstellung „Das Pferd vereint“. Sie gibt einen Überblick über die 50-jährige Geschichte des eingetragenen Vereins Deutsches Pferdemuseum und gewährt Einblicke in die fast 100-jährige Sammlung zum Thema Pferd. Sie zeigt zahlreiche Objekte aus dem Depot, darunter auch einige spezielle und außergewöhnliche Stücke, die im Laufe der Jahre in den Bestand aufgenommen wurden.

„Ein Museum für das Pferd?!?“

Ausstellung Deutsches Pferdemuseum Verden in den 1970er Jahren
Blick in die Dauerausstellung
des Deutschen Pferdemuseums, 1970er Jahre.
Foto: Deutsches Pferdemuseum

So mancher könnte sich heute fragen, wie man damals auf diese Idee gekommen sein mag. Jedoch hatte das Pferd für die Bevölkerung und die kulturelle Entwicklung jahrhundertelang eine immense Bedeutung: Das Pferd stellte für den Menschen mehr dar als den reinen Sport- und Freizeitpartner.

Bedingt durch die fortschreitende Motorisierung entwickelten sich die Pferdebestände aber stark rückläufig. Das Arbeitspferd wurde nicht mehr benötigt. Innerhalb der Gesellschaft keimten daher Befürchtungen auf, das Pferd, das über Jahrhunderte treuer Partner des Menschen gewesen war, könnte gänzlich verschwinden. Aus dieser Sorge heraus veranstalteten Züchter und Pferdefreunde bundesweit Kundgebungen und appellierten: „Das Pferd muss bleiben!“

„Das Pferd muss bleiben!“

Angetrieben von dieser Stimmung und bedingt durch die Tatsache, dass die Anzahl der Exponate über die Jahrzehnte so stark angestiegen war, wurde die Gründung des Vereins Deutsches Pferdemuseums und damit die Ausgliederung aus dem Heimatbund im Jahr 1965 schließlich in die Tat umgesetzt. Der Hippologe Erich Clausen gab dem Museum eine gezielte Richtung und fachliche Tiefe. Nach seinem Tod übernahm im Jahr 1970 Hans Joachim Köhler, Begründer und langjähriger Leiter der Verdener Auktionen, das Amt des Museumsleiters. Unter ihm entstand die umfangreiche Museumsbibliothek, und das Deutsche Pferdemuseum erhielt 1974 sein Wahrzeichen mit der originalgetreuen Replik des Tempelhüter-Denkmals.

Über die Jahrzehnte konnte das Museum dank einer kontinuierlichen Förderung von Stadt und Landkreis Verden sowie durch die in der Deutschen Reiterlichen Vereinigung zusammengeschlossenen Landesverbände der Pferdezucht und des Pferdesports seine Sammlung gezielt erweitern und vervollständigen.

Seit 2000 am heutigen Standort

Eingangsbereich Dt. Pferdemuseum in Verden
Das Deutsche Pferdemuseum in Verden ist in einer klassizistischen Kavalleriekaserne aus dem Jahr 1821 untergebracht.

Nach mehreren Stationen in der Verdener Altstadt fand im Jahr 2000 der Umzug zum heutigen Standort statt. Die umgebauten und neugestalteten Pferdeställe und Mannschaftsräume der ehemaligen Kavalleriekaserne am Holzmarkt, direkt neben dem Bahnhof, bieten seitdem den passenden Rahmen für das Deutsche Pferdemuseum.

Ein umfangreiches Fotoarchiv sowie die Hippologische Museumsbibliothek mit über 18.000 Titeln vom frühen 16. Jahrhundert bis heute sind Bestandteil des Museums und werden für wissenschaftliche und private Recherchen genutzt. Die Museumspädagogik bietet wechselnde Programme rund ums Thema Pferd für alle Altersklassen an.

Die Sonderausstellung ist ab dem 17. September 2015 bis zum 15. November 2015 von dienstags bis sonntags von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.

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