Eine Ausstellung der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten und der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora
In den letzten Kriegswochen eskalierten die NS-Verbrechen – nun nicht mehr im vermeintlich fernen „Osten“, sondern inmitten der deutschen Gesellschaft.
Anfang April 1945, als sich von Westen her die US-Armee näherte, räumte die SS das KZ Mittelbau-Dora im Harz. In aller Hast verlud sie 40.000 Häftlinge in Viehwaggons oder trieb sie zu Fuß Richtung Norden. Etwa die Hälfte der Transporte endete im KZ Bergen-Belsen. Tausende Häftlinge, die ihre Befreiung schon vor Augen hatten, wurden während der Todesmärsche ermordet. Nach dem Krieg bemühten sich die Alliierten, die während der Todesmärsche begangenen Verbrechen aufzuklären. Die meisten Deutschen hingegen lehnten eine Auseinandersetzung mit dem Thema ab.
Die Ausstellung verdeutlicht auf über 100 m² Ausstellungsfläche das Ausmaß der Gewalt während der Todesmärsche, und sie zeigt, dass die Verbrechen in aller Öffentlichkeit begangen wurden.
Zudem thematisiert sie das „Kasernenlager“ in Bergen-Hohne, das im April 1945 zur Unterbringung der Häftlinge aus Mittelbau-Dora als Nebenlager des KZ Bergen-Belsen genutzt wurde. Später befand sich hier das größte jüdische DP-Camp Deutschlands.
Die Gedenkstätte Lager Sandbostel freut sich, anlässlich der Präsentation der Sonderausstellung „Zwischen Harz und Heide“, erstmals den zunächst noch provisorisch hergerichteten Kirchenraum der ehemaligen katholischen Kirche aus der Zeit des DDR-Notaufnahmelagers als Sonderausstellungsraum nutzen können. Schon jetzt zeigt der hohe Raum mit der originalen Deckenverkleidung und den Pendelleuchten sein Potential.
Mehr Informationen
Sonderausstellung
„Zwischen Harz und Heide. Todesmärsche und Räumungstransporte im April 1945“
Sonntag, 6. August – Dienstag, 12. September 2017
Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten der Gedenkstätte in der ehemaligen katholischen Kirche zu sehen:
MO – FR
9.00 – 16.00 Uhr
SO und Feiertags
11.00 – 17.00 Uhr
Eröffnung: Freitag, 4. August 2017 um 17.00 Uhr
Ort:
Gedenkstätte Lager Sandbostel
Sonderausstellungsräume in der ehemaligen katholischen Kirche
Greftstr. 5
27446 Sandbostel
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Der Eintritt ist frei.
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