Am Wochenende läuft die Ausstellung „Über dem Abgrund des Nichts“ – Die Bossards in der Zeit des Nationalsozialismus an der Kunststätte Bossard aus.

© Kunststätte Bossard
Museumsleiterin Dr. Gudula Mayr resümiert „Hinter uns liegt eine spannende Zeit, in der wir viel über Johann und Jutta Bossards Weltanschauung und ihr künstlerisches Schaffen herausgefunden haben“.
Eine Reihe von renommierten Wissenschaftlern aus den Bereichen der Kunstgeschichte, der Literaturwissenschaft sowie der Geschichtswissenschaft haben über das Ehepaar Bossard in der Zeit des Nationalsozialismus geforscht.
Herausgefunden wurde, dass Johann Bossard zwar nie Mitglied der NSDAP war, jedoch zwischen 1932 bis Mitte 1934 mit einzelnen Inhalten der NS-Ideologie sympathisiert hat. Spätestens im September 1934 hört die vorsichtige Fühlungnahme zu den neuen Machthabern abrupt auf.
Johann Bossard zog einen „dicken [Schluss-] Strich“. Das Ehepaar hielt sich fortan politisch bedeckt. Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll von der Universität Chemnitz kam zu dem Schluss, dass Bossard zu jenen Vertretern gehörte, die „dem neuen Regime zunächst mit einem gewissen Wohlwollen, dann jedoch, und zwar sehr bald schon, mit wachsender Reserve und Distanz begegneten, sich mit ihm arrangierten, ohne sich ihm anzudienen oder sich ihm umstandslos zur Verfügung zu stellen.“
Die Ausstellung bietet noch bis Sonntag, dem 5. Mai, bis 18:00 Uhr die Möglichkeit in das Leben und die Kunst des Ehepaares in dieser Zeit einen Blick zu werfen. Die Forschungsergebnisse können in den dafür publizierten Literaturen Johann Bossard. Texte aus dem Nachlass sowie dem Ausstellungskatalog „Über dem Abgrund des Nichts“ – Die Bossards in der Zeit des Nationalsozialismus nachgelesen werden. Die nächste Ausstellung „Flächenbrand Expressionismus“ beginnt ab dem 12. Mai.
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