Von den Störchen über die Karakaras und Rotschnabelhokkos bis zu den Gänsegeiern – überall im Weltvogelpark Walsrode piepsen, krächzen und zwitschern frisch geschlüpfte Jungvögel aus ihren Nestern oder Brutboxen. Nicht selten leistet vorher der Weltvogelpark-Tierarzt aktive Schlupfhilfe. Wie zum Beispiel bei den Gänsegeiern.

Foto: Weltvogelpark Walsrode 2016
Mit über 4.000 Vögeln aus 650 Arten und allen Kontinenten ist der Weltvogelpark Walsrode der größte Vogelpark der Welt. Dabei sind im Frühling und Frühsommer die vielen Jungvögel im Park ein ganz besonderes Highlight. Mit ihren weit aufgerissenen Schnäbeln und ihrem zarten Federflaum buhlen sie um die Aufmerksamkeit ihrer Eltern und damit auch um die größte Portion Futter. Ein faszinierendes Schauspiel, das die Besucher des Weltvogelparks vielfach live erleben können.
Auch wenn dabei die natürliche Brut im Weltvogelpark im Vordergrund steht, werden auch immer wieder Vogeleier künstlich bebrütet und die Jungvögel dann von menschlicher Hand aufgezogen – zum Beispiel von sehr seltenen oder bedrohten Tierarten, um die Chance auf ein zweites Gelege zu erhöhen.
Tägliche öffentliche Fütterungen in der Babystation

Der kleine Gänsegeier.
Foto: Weltvogepark Walsrode 2016
Ein echtes Highlight für Hobbyfotografen und besonders interessierte Besucher sind die täglichen öffentlichen Fütterungen der von Menschenhand aufgezogenen Vogelbabys (um 13.30 Uhr) in der Babystation.
Ein kleiner großer Star ist dabei auch das Küken eines Gänsegeiers. Bei ihm leistete Weltvogelpark-Tierarzt Andreas Frei Geburtshilfe. Da die erwachsenen Gänsegeier nicht selten mit ihrem eigenen Schnabel die Eierschale öffnen, half Frei dem kleinen Gänsegeier durch ein behutsames Entfernen der harten Schale in die Welt.
„Uns liegt sehr viel daran, dass alle Jungvögel hier im Weltvogelpark mit den besten Chancen geboren werden. Wenn Eier von den Eltern verstoßen werden, aus dem Nest fallen oder der Nachwuchs in der natürlichen Aufzucht nur wenig Überlebenschancen hat, nehmen wir Eier und später Jungvögel unter unsere Fittiche“, verrät Weltvogelpark-Geschäftsführer Geer Scheres. „Dass man dabei auch einmal als Ersatzmutter oder -vater fungieren muss, liegt in der Natur der Sache.“

Foto: Weltvogelpark Walsrode 2016
Besonders bei stark bedrohten Arten ist diese Arbeit wichtig. So konnte mit dem erfolgreichen Schlupf eines Rotschnabelhokkos aktiv zur Arterhaltung des extrem seltenen Vogels aus Südamerika beigetragen werden. Der Rotschnabelhokko galt bereits in seiner natürlichen Umgebung als ausgestorben und konnte dank der Weltvogelparkstiftung nicht nur erfolgreich nachgezüchtet, sondern auch wieder in den Ursprungsländern ausgewildert werden.
Über den Weltvogelpark Walsrode
In der Lüneburger Heide, im Dreieck zwischen Hannover, Bremen und Hamburg, liegt der Weltvogelpark Walsrode, der größte Vogelpark der Welt.
Der Park beherbergt insgesamt rund 4.000 Vögel aus 650 verschiedenen Arten in einer 24 Hektar großen Garten- und Erlebnislandschaft. Besucher erleben spektakuläre Flugshows, Schaufütterungen, Vogelbabys und faszinierende Indoorattraktionen. Zudem sind sie eingeladen, spannende Themenhäuser, exotische Freiflughallen und artenreiche Vogelvolieren zu entdecken.
Zwischendurch laden 320 Sitzbänke zum Entspannen und Genießen ein. Liebevoll angelegte Beete, großzügige Teichanlagen und exotische Pflanzen entführen einen in eine andere Welt – einfach mal die Seele baumeln lassen und den Alltag links liegen lassen. Der magische Zauber unzähliger Baum- und Blumenarten bildet eine bunte und sich ständig verändernde Kulisse.
Für die kleinen Besucher gibt es tolle Spielplätze und für die Erwachsenen kostenlose Parkplätze.
Zwei Restaurants und zahlreiche Imbisse und Eiswagen laden für den kleinen und großen Hunger zwischendurch ein. Das gesamte Areal ist behindertengerecht gestaltet. Wird ein Rollstuhl benötigt, kann er bei vorheriger Anmeldung kostenlos ausgeliehen werden.
Da Hunde in den Park nicht mitgenommen werden dürfen, gibt es zusätzlich eine kostenlose Unterbringung für die Vierbeiner.
Der Weltvogelpark öffnet vom 18. März bis 30. Oktober 2016 täglich ab 10.00 Uhr.
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