Tiere der Nordhalbkugel im Wildpark freuen sich über die Kälte
Der plötzliche Wintereinbruch hat uns Menschen kalt erwischt, und es sind wohl hauptsächlich die Kinder, die sich über die frühe weiße Pracht gefreut haben.

Foto: Wildpark/Thomas Ix
Auch die Tiere im Wildpark Lüneburger Heide in Hanstedt-Nindorf sind geteilter Meinung über die kalte Jahreszeit. Während das eine Lager während der Winterruhe die Aktivitäten eher zurückfährt, um nicht zu viel Energie zu verbrauchen, werden andere Tiere in der kalten Jahreszeit erst richtig aktiv. Das betrifft vor allem die Wildpark-Bewohner der Nordhalbkugel.

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Schneeleoparden, Polarfüchse und sibirische Tiger lieben die Kälte und sind jetzt – ganz zur Freude der Besucher – viel mobiler als in der Sommerhitze. Das hat aber auch Einfluss auf die Arbeit der Tierpfleger, die den Ernährungsplan der Tiere genau kennen müssen.
„Im Sommer bekommen zum Beispiel unsere Tiger rund 6 Kilo Fleisch am Tag zu fressen“, weiß Tierpfleger Jens Pradel. „Wenn es warm ist, schlafen sie meist den ganzen Tag, bewegen sich kaum und verbrauchen wenig Energie. Jetzt ist das ganz anders. Mit der kalten Jahreszeit werden Alex und Ronja richtig mobil und bekommen deshalb die doppelte Menge an Fleisch pro Tag, also bis zu 12 Kilo.“

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Der viele Schnee der vergangenen Tage hat die Tierpfleger aber auch anderweitig gefordert. Durch die große Schneelast sind immer wieder große Äste von den Bäumen abgebrochenen und haben teilweise Elektrozäune an den Gehegen beschädigt. Sofort rücken die Pfleger dann mit Kettensägen aus, entfernen die Äste und reparieren die Zäune.
„Und wenn es kalt wird, versuchen wir, es unseren Tieren so kuschelig wie möglich zu machen“, erzählt Pradel. „Die Schlafboxen werden dick mit Stroh ausgelegt, und ab und zu gibt es eine zusätzliche Leckerei.“

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Auf zwei seiner Schützlinge wirft Jens Pradel derzeit ein ganz besonders wachsames Auge: Die Luchse „Legolas“ und „Lupine“ erleben im Wildpark Lüneburger Heide den ersten Winter ihres Lebens. Die beiden Geschwister sind gerade erst ein halbes Jahr alt und waren Ende August aus dem Tierpark Ströhen in die Heide umgezogen.

Foto: Wildpark/Thomas Ix
Die zwei wunderschönen Tiere mit den markanten Pinselohren und dem dicken buschigen Schwanz sind noch etwas scheu und liegen meist eng aneinander gekuschelt versteckt hinter Baumstämmen oder in einer Steinhöhle in dem großzügigen Gehege.
Ganz anders der 8-jährige Kater „Louis“, der quasi Hausherr im Gehege ist. Er thront meistens auf einem erhöhten Ast und beobachtet die vorbei streifenden Besucher. „Unser Ziel ist es, künftig wieder einmal eigenen Nachwuchs bei den Luchsen zu züchten“, erläutert Pradel. Damit es nicht zu Rangkämpfen oder Inzucht kommt, soll „Legolas“ dann kastriert werden.
Auf die Luchse freuen können sich die Teilnehmer an den Abendwanderungen, die – trotz zahlreicher Zusatztermine – bereits alle ausgebucht sind. Der Weg durch den nächtlichen Wildpark führt nämlich an ihrem Gehege vorbei.
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