Holzbank in der blühenden Heidelandschaft der Lüneburger Heide

Wildpark unterstützt Artenschutzprojekt für Luchse in Polen

Auf Luchsdame „Olsa“ warten in Westpommern ein stattlicher Kater und riesiges Gehege

Der Wildpark Lüneburger Heide in Hanstedt-Nindorf engagiert sich schon seit vielen Jahren für den Artenschutz und die Erhaltung bedrohter Tierarten.

Eines der erfolgreichen Projekte war die Wiederansiedlung des Luchses im Harz. Nachdem die Tiere in Europa vor rund 200 Jahren ausgestorben waren, hat sich der Luchs im nördlichsten Mittelgebirge Deutschlands durch Auswilderung von ausgewählten Wildpark-Tieren wieder etabliert – auch Tiere aus dem Wildpark Lüneburger Heide waren bei dem im Jahr 2000 gestarteten Wiederansiedlungs-Projekt dabei.

Mit ihrem dichten Fell sind Luchse gegen winterliche Temperaturen bestens gewappnet. Foto: Wildpark/Thomas Ix
Mit ihrem dichten Fell sind Luchse gegen winterliche Temperaturen bestens gewappnet.
Foto: Wildpark/Thomas Ix

Jetzt unterstützt der Wildpark ein weiteres Projekt dieser Art in Polen. Die Naturschutzorganisation Zubry Zachodniopomorskie, die in Westpommern erfolgreich die ebenfalls in Europa ausgerotteten Wisente wiederangesiedelt hat, möchte das gleiche nun auch für den Luchs erreichen. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, in den kommenden Jahren jährlich mindestens zwischen 15 und 20 Tiere auszuwildern, um einen Bestand von rund 100 freilebenden Luchsen zu etablieren. Einen Beitrag dazu wird jetzt Luchsdame „Olsa“ aus dem Wildpark Lüneburger Heide leisten.

Luchsdame „Olsa“ wurde im Wildpark auf eine Wilddiät gesetzt, um  ihr die Eingewöhnung in ihr neues Zuhause zu erleichtern.  Foto: Wildpark/Thomas Ix
Luchsdame „Olsa“ wurde im Wildpark auf eine Wilddiät gesetzt, um
ihr die Eingewöhnung in ihr neues Zuhause zu erleichtern.
Foto: Wildpark/Thomas Ix

Vor zwei Jahren kam die Katze aus dem Naturtierpark Ströhen zusammen mit einem Kater in den Wildpark, mit dem Ziel, hier für Nachwuchs zu sorgen. „Olsa ist eine wunderschöne Luchsdame mit sehr gutem und wertvollem genetischen Material“, weiß Alexandra Urban, Leiterin der Tierpflege im Wildpark. „Leider ist sie mit ihren zwei Jahren ein wenig frühreif und umgarnt den Kater schon seit einiger Zeit, der mit ihr aber noch nichts anzufangen weiß. Das verursacht Stress. Da kam die Anfrage aus Polen gerade recht.“

Sehr zur Freude der Mitarbeiter von Zubry Zachodniopomorskie, die vor allem Kontakt zu Tierparks in den deutschsprachigen Ländern gesucht haben, um geeignete Zuchttiere mit möglichst unterschiedlichen Blutlinien für ihr Projekt zu finden. „Olsa“ ist der zehnte Luchs, den Maciej Tracz und Marcin Grzegorzek für ihr Projekt gewinnen konnten.

Der polnische Projektleiter des Wiederauswilderungsprogramms Maciej Tracz (rechts) und Wildpark-Tierpfleger Jens Pradel  begutachten die betäubte Luchsdame.  Foto: Wildpark/Thomas Ix
Der polnische Projektleiter des Wiederauswilderungsprogramms
Maciej Tracz (rechts) und Wildpark-Tierpfleger Jens Pradel begutachten die betäubte Luchsdame.
Foto: Wildpark/Thomas Ix

Zu Beginn ihrer sechsstündigen Reise in ihre neue Heimat in Polen musste „Olsa“ ein letztes Mal betäubt werden, um für wissenschaftliche Zwecke etwas Blut zu lassen. Gleichzeitig haben die polnischen Naturschützer der Luchsdame ein Halsband mit einem GPS-Sender angelegt, mit dem in den nächsten fünf Jahren jeder Schritt des Tieres verfolgt werden kann.

Tierpfleger Jens Pradel überwacht Herztöne, Atmung und die  Reaktionen von „Olsa“ während der unvermeidlichen Betäubung.  Foto: Wildpark/Thomas Ix
Tierpfleger Jens Pradel überwacht Herztöne, Atmung und die
Reaktionen von „Olsa“ während der unvermeidlichen Betäubung.
Foto: Wildpark/Thomas Ix

Denn in Polen warten auf „Olsa“ riesige Eingewöhnungs- und Zuchtgehege. „Ohne die GPS-Technik würden wir die Tiere in den Gehegen gar nicht aufspüren und ihr Verhalten beobachten können“, sagt Projektleiter Maciej Tracz. „Unser Ziel ist es, dass unsere Luchse so wenig wie möglich Kontakt zum Menschen haben und sie ihren Nachwuchs so naturnah wie möglich zur Welt bringen und aufziehen können. Das ist die beste Grundlage für eine spätere Auswilderung.“

Ein Baustein ist dabei die Fütterung. Während die in menschlicher Obhut lebenden Tiere täglich ihr Futter bekommen, gibt es in den Aufzuchtgehegen nur alle zwei Wochen ein Stück Wild, von dem die Luchse fressen können. So werden auch die Jungtiere gleich daran gewöhnt, nur Nahrung zu erhalten, die sie auch in freier Natur finden.

Schon sechs Wochen vor ihrer Abreise nach Polen wurde „Olsa“ auf eine Wilddiät gesetzt, damit ihr die Eingewöhnung in ihrem neuen Zuhause leichter fällt. Auch für die spätere Auswilderung wird die Nahrung ein Schlüsselfaktor sein. „Die Tiere folgen der Nahrung und so kann es gut möglich sein, dass sich die Luchse über Westpommern hinaus nach Tschechien, ins Baltikum oder bis nach Skandinavien ausbreiten werden. Wir werden das mit Spannung beobachten“, sagt Tracz. „Aber so ein Projekt braucht Zeit. Wir rechnen mit etwa 25 Jahren, bis wir wissen, ob die Wiederansiedlung des Luchses in Polen erfolgreich war.“

Auf „Olsa“ warten in Polen nicht nur naturnahe Lebensbedingungen, sondern auch ein stattlicher Luchs-Kater aus dem lettischen Riga. Alexandra Urban hofft, dass sich die beiden gut verstehen und für gesunden und zahlreichen Nachwuchs sorgen. Einer von „Olsas“ Nachkommen soll nämlich – so die Vereinbarung – in nicht allzu ferner Zukunft wieder für die Zucht im Luchsgehege im Wildpark Lüneburger Heide zur Verfügung stehen und hier für Nachwuchs sorgen.

„Olsa“ und ihr Begleiter als Jungtiere im Wildpark Lüneburger Heide. Foto: Wildpark/Adrian Fohl
„Olsa“ und ihr Begleiter als Jungtiere im Wildpark Lüneburger Heide. Foto: Wildpark/Adrian Fohl

Sie wollen immer aktuell informiert sein?      Jetzt die SCHÖNE-HEIDE-Wochenendtipps abonnieren


➔ Zurück zum Seitenanfang


Ich bin Partnerin des Naturparks Lüneburger Heide

Partner-Logo "Naturpark-Partnerlogo" des Naturparks Lüneburger Heide

➔ Mehr über das Netzwerk erfahren

Freizeittipps

Logo Metropolregion Hamburg
#einfachmalraus: Alltag raus, Grün rein

Unter dem Motto #einfachmalraus startet in diesem Jahr die Ausflugssaison in der Metropolregion Hamburg. Mit ausgewählten Tipps für Erlebnisse im Grünen lädt die Region zu spontanen Ausflügen ein.

Zahlreiche große Findlinge und die Großsteingräber prägen das Bild der Oldendorfer Totenstatt.
20 Radtouren in der Lüneburger Heide

20 Radtouren für die Lüneburger Heide – kurze und längere Radtouren aus den SCHÖNE-HEIDE-Wochenendtipps – Radtouren von Amelinghausen bis Sottrum und von Buchholz bis Wienhausen

➔ Mehr Freizeittipps entdecken

Aus der Region

Maislabyrinth Rockstedt 2020 - Luftaufnahme Hans-Heinrich Heins
Maislabyrinth in Rockstedt

Großes Maislabyrinth im Kreis Rotenburg mit 4 Kilometer Wegen – bis Ende September immer am Wochenende geöffnet – ideal für Feiern und Kindergeburtstage

© Landkreis Harburg
Mit der Heidschnucke die Heide zwischen Elbe und Oste entdecken und erleben

Erste Ost-West-Buslinie durch den Landkreis Harburg ist am Start: In 106 Minuten von Winsen nach Tostedt Einmal quer durch den Landkreis in 106 Minuten und dabei vorbei an den Schönheiten der Heide: Eine neue Buslinie verbindet jetzt Winsen und Tostedt und lädt dazu ein, die Heide zwischen Elbe und Oste zu entdecken und zu erleben.…

Jochen und Günter befinden sich derzeit mitten im natürlichen Fellwechsel und sehen deshalb derzeit ein wenig „zerrupft“ aus.
Trampeltiere im Wildpark: Ein Hauch von Steppe in der Heide

„Jochen“ und „Günther“ fühlen sich von Minute eins im Wildpark Lüneburger Heide sichtlich wohl Gemächlich, sanft und mit beeindruckender Präsenz sind sie angekommen: Die beiden Trampeltier-Hengste Jochen (13 Jahre) und Günther (6 Jahre) haben ihr neues Zuhause im Wildpark Lüneburger Heide bezogen – und bringen mit ihrenmarkanten Doppelhöckern, ihrem freundlichen Wesen und ihrer entspannten Art…

➔ Mehr aktuelle Beiträge für Sie

Einkaufstipps

Kaltgepresste Bioöle der Ölmühle Godenstedt: Leinöl, Haselnussöl, Walnussöl und Hanföl

Bio-Öle und mehr von der Ölmühle Godenstedt

Natürlichkeit, Qualität und Regionalität sind die Basis für die kaltgepressten Bio-Öle der Ölmühle Godenstedt: Bio-Hanföl, Bio-Haselnussöl, Bio-Leinöl, Bio-Sonnenblumenöl und Bio-Walnussöl

➔ Mehr Einkaufstipps für die Lüneburger Heide