Vernissage am 5. Mai 2018, 17.00 Uhr im KunstRaum der Kulturstellmacherei und in der alten Friedhofskapelle gegenüber
Viele tausend Gebäude stehen heute leer, verteilt über die ganze Republik. Ganze Industrien, Gewerbe und öffentliche Einrichtungen werden nicht mehr gebraucht. In Ballungsgebieten teilweise zu Kultureinrichtungen und anderer neuer Nutzung verwandelt, vegetiert eine Vielzahl dieser Objekte vor sich hin, wenn sie nicht bereits abgerissen und die Flächen anderweitig verplant sind. Beschmiert, halb zerstört sind sie Schandflecken in der öffentlichen Wahrnehmung. Das trifft nicht nur auf den Osten Deutschlands zu, überall sind derartige „Lost Places“ oder „Lost Houses“ anzutreffen.
Sie geben Zeugnis des großen Wandels, in dem sich unsere Gesellschaft befindet. Gleich der Oral History, der Geschichtsschreibung aus der Sicht von Alltagsmenschen, erzählen sie von Dingen, die nicht mehr gebraucht werden.
„Hier setze ich an. Seit etwa drei Jahren begebe ich mich auf Spurensuche und finde Ferienheime, Krankenhäuser und leerstehende Fabriken. Vornehmlich in Norddeutschland, denn hier bin ich verwurzelt. Es sind nicht die Flaggschiffe der untergegangenen Industrie, sondern eher versteckte, übersehene Gebäude, die ich mit skizzenhaften Graffitis versehe und so den Wänden und Räumen ein Dejavue verleihe. Die Fotodokumentation anhand analoger Schwarzweißaufnahmen ist das eigentliche und weiter andauernde Sichtbarmachen dieses Prozesses.
Als Künstlerin verstehe ich mich als sehender, denkender Mensch. Einflüsse meiner direkten und indirekten Umgebung fließen in meine Kunstproduktion ein. Ich arbeite an verschiedenen Themengebieten gleichzeitig, gehe sie von verschiedenen Seiten an. Die Wahl der künstlerischen Mittel, sei es Fotografie, Video oder Malerei, ergibt sich aus der Beschäftigung mit einem Thema. So ist ein Teil der Arbeit konzeptionell, andere Teile entwickele ich aus dem Prozess heraus. Mich hier nicht zu beschränken, sondern den Dingen zu folgen, ist wesentlicher Teil meiner Kunstauffassung“, so die Künstlerin Ursula Blancke-Dau zu ihren Arbeiten, die ab 5. Mai 2018 in der Kulturstellmacherei und in der alten Friedhofskapelle gegenüber zu sehen sein werden.
Die Künstlerin hat von 1981 – 87 Studium an der Hochschule der Künste Berlin, heute UdK, freie Malerei bei Prof. Lothar Lehmann, Illustration bei Prof. Jürgen Spohn, Fotografie und Filmgestaltung studiert und arbeitet seit 2014 im Atelier 4 in der Kulturbäckerei in Lüneburg.
Die Ausstellung ist bis zum 2. Juni 2018 während der ➔ Öffnungszeiten der KulturStellmacherei und nach telefonischer Rücksprache unter Telefon +49 171 61734073 zu besichtigen.
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