
Ernst Barlach, bedeutender deutscher Vertreter der klassischen Moderne, wird vom 31. Juli bis zum 1. November 2015 mit vielen seltenen Originalen an der Kunststätte Bossard zu sehen sein.
Die Ausstellung „Ernst Barlach und die Musik. Der Mann, der die geheimen Melodien hört“ ist am 30. Julli 2015 feierlich eröffnet worden. Mit vielen außergewöhnlichen Leihgaben und einem umfangreichen Begleitprogramm bildet die dritte Sonderausstellung der diesjährigen Saison an der Kunststätte ein echtes Ausstellungshighlight und verspricht ein Publikumsmagnet zu werden.
Der Kunststätte ist es somit für 2015 gelungen, gleich zwei hochkarätige Ausstellungen moderner und zeitgenössischer Kunst zu verwirklichen. „Für die Gemeinde Jesteburg ist es ein besonders glücklicher Umstand, dass zusätzlich zu Timm Ulrichs nun mit Ernst Barlach zeitgleich noch ein weiterer hochkarätiger Künstler hier zu sehen ist“, betonte in seiner Begrüßung auch Dr. Hans-Heinrich Aldag, Mitglied im Stiftungsrat der Kunststätte Bossard.
Musik als Quelle der Inspiration
Der erst 12 Jahre alte Pianist Florian Albrecht aus Buchholz verkörperte bei der Eröffnung mit seiner virtuosen und ergreifenden Interpretation von Bach, Bartók, Chopin und Beethoven das hochmusikalische Thema der Ausstellung.
Aus vielen Dokumenten lässt sich entnehmen, dass Musik eine wichtige Quelle der Inspiration für Ernst Barlach (1870 – 1938) bedeutete. Er verarbeitete musikalische Eindrücke in Plastiken, Zeichnungen und Druckgrafiken sowie in literarischen Texten. „Beim Musikhören glaubte Barlach als Künstler dem Schöpferischen am nächsten zu sein,“ bekräftigt Helga Thieme von der Ernst Barlach Stiftung Güstrow, Kuratorin der Ausstellung in ihrer Einführung. „Beethoven war für Barlach der Meister, dem er, wie er schreibt, auf die Hände blickte, als er seine Figurengruppe „Fries der Lauschenden“ schuf.“
Großzügige Leihgaben der Ernst Barlach Stiftung in Güstrow sowie des Ernst Barlach Hauses in Hamburg ermöglichen es der Kunststätte, den Zeitgenossen Bossards in diesen frischen Kontext zu setzen. „Ernst Barlach war nicht nur der einsame, getriebene Gottsuchende,“ betonte die Leiterin Dr. Gudula Mayr. „Die Facette des Musikliebhabers Barlach, der in Bach, Beethoven, aber auch der Volksmusik viel schöpferische Kraft gewinnen konnte, wurde bis dato weniger beleuchtet.“
Seltene und wenig bekannte Originale wie beispielsweise das Gipsmodell zum „Güstrower Ehrenmal“ und das Exlibris für Barlachs Lebensgefährtin Marga Böhmer wird die Ausstellung zeigen können. Daneben erwarten die Besucher zahlreiche bekannte und beliebte Objekte wie die Plastiken „Der singende Mann“ und „Der Flötenbläser“ sowie auch die Lithografie „Der neue Tag“. Der berühmte „Fries der Lauschenden“ wird durch eine Vorzeichnung und Werkmodelle in der Ausstellung vertreten sein.
Die Ausstellung wurde von der Gemeinde Jesteburg, dem Freundeskreis Kunststätte Bossard e. V., der Hanns-Lilje-Stiftung sowie der Evangelisch-Lutherischen Landkirche Hannovers gefördert. Im Namen des Stiftungsrats bedankte sich Hans-Heinrich Aldag insbesondere bei allen Mitgliedern des Freundeskreises für die unermüdliche Förderung der Kunststätte Bossard seit nunmehr elf Jahren.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog: Der Mann, der die geheimen Melodien hört Ernst Barlach und die Musik, hg. von Klaus-Martin Bresgott und Helga Thieme, Güstrow 2014, für 25,00 €. Die Ausstellung wird zu den regulären Öffnungszeiten und Eintrittspreisen zu sehen sein. Mehr Informationen unter ➔ www.bossard.de.
Am 3. Oktober 2015 um 11.00 Uhr können Besucher in einer Sonderführung zum regulären Museumseintritt mehr zur Ausstellung erfahren. Eine Anmeldung unter Telefon: +49 4183 5112 ist erforderlich.
Informationen zum Begleitprogramm
- Die Kirchengemeinde St. Martin in Jesteburg wird am 5. sowie am 26. September 2015 jeweils um 18.00 Uhr mit „Musik zum Abendläuten“ die Ausstellung begleiten. Dabei wird am ersten Termin die Schauspielerin Loretta Wollenberg Texte von Ernst Barlach vortragen, begleitet vom Barock-Ensemble „Chamber Made“ aus Oldenburg mit Werken von Scarletti, Telemann und Vivaldi.
Am 26. September 2015 wird das Holzbläserquintett „Hilaris“ – Preisträger von Jugend musiziert – Werke u.a. von Franz Danzi und Jaques Ibert darbieten. - Die Kulturkirche St. Johannis in Buchholz lädt am 20. September 2015 um 17.00 Uhr bei freiem Eintritt zu einem Vortrag mit der Kuratorin der Ausstellung, Helga Thieme von der Ernst Barlach Stiftung in Güstrow. Organist Jörg Malten wird den Vortrag musikalisch umrahmen.
- Auch das Jesteburger Podium trägt mit einem „Abend für den Frieden“ zum Begleitprogramm bei. Das Ensemble Theatrum wird am 10. Oktober 2015 um 20.00 Uhr mit Schauspiel, Gesang und Rezitationen u.a. von Dorothee Sölle, Bertha von Suttner und Ernst Barlach eine Stimmung von Hoffnung, Mut und Frieden vermitteln.
- Die Kunststätte bietet am 17. Oktober 2015 von 14.00 – 18.30 Uhr eine Exkursion ins Ernst Barlach Haus in Hamburg an. Teilnahme 15,00 €, eine Anmeldung ist erforderlich.
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