Das Forstamt Sellhorn verfügt neben ausgedehnten Waldflächen auch über etwa 550 Hektar waldfreie Flächen, also Grünland, Weiden, Acker- und Heideflächen. Über die Hälfte dieser Flächen sind an Landwirte verpachtet und werden von diesen bewirtschaftet. Die andere knappe Hälfte wird vom Forstamt Sellhorn in Eigenregie gepflegt.

Foto: Reinhold Bode
Erstmals wurden in den Förstereien Barendorf und Busschewald zwei Wiesen mit einem von Pferden gezogenen Balkenmähwerk gemäht. Timo Fehse aus Gardelegen war dafür mit seinen beiden Pferden angereist.
Mit leise klapperndem Geräusch zogen die beiden Pferde das Gerät über die Wiesen. Das Mähwerk aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wird über die Räder ohne eigene Motorkraft angetrieben. Gut geschärft lieferte es ein sauberes Schnittergebnis. Das Wenden, Schwaden und Pressen des Heus wird im Anschluss durch herkömmliche landwirtschaftliche Maschinen erledigt.

Foto: Reinhold Bode
Reinhold Bode vom Forstamt Sellhorn erklärt die Vorteile des Pferdeeinsatzes. „Wir haben hier im Forstamtsbereich viele für den Naturschutz sensible Bereiche, wo wir nicht überall mit großen Maschinen arbeiten können und wollen. Dort ist der Einsatz der Pferde eine sinnvolle Alternative zum Maschineneinsatz.“
„Auf den mit den Pferden bearbeiteten Grünflächen leben auch seltene Amphibien, Insekten und Wildbienen. Das Mähen der Flächen im Pferdetempo erfolgt viel langsamer, Tiere der Wiesenlebensgemeinschaft haben bei der Mahd gute Möglichkeiten zur Flucht oder zum Ausweichen. Wir möchten einen Betrag dazu leisten, um insbesondere dem aktuell grassierenden Insekten- und Bienensterben entgegen zu wirken. Das Forstamt wird die so bewirtschafteten Flächen in ihrer Entwicklung in den kommenden Jahren beobachten (Monitoring) und hofft auf nachweislich positive Entwicklungen für die Artenvielfalt auf den Wiesenflächen“.
Timo Fehse, freut sich über die Einsatzmöglichkeiten im Forstamt Sellhorn, er betont: „Neben dem Mähen können wir mit den Pferden natürlich auch eine Vielzahl anderer Arbeiten durchführen. Der Einsatz von Pferden als Nutztier fristet in Land- und Forstwirtschaft heutzutage eher ein Nischendasein. Die Arbeit mit Pferden kann aber durchaus in bestimmten Bereichen der Forst- und Landwirtschaft eine sinnvolle Ergänzung zu den herkömmlichen, mechanisierten Arbeitsverfahren darstellen“.
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