Die drei kleinen Weißen Löwenbabys im Serengeti-Park Hodenhagen haben am Dienstag (22.11.2016) ihre erste tierärztliche Untersuchung samt Impfung über sich ergehen lassen. Das Ergebnis: Alle drei sind gesund, munter und sehr gut entwickelt!

Die drei Weißen Löwenjungen, die Ende September geboren wurden.
Foto: Serengeti-Park Hodenhagen
Die drei seltenen Raubkatzenkinder waren vor zwei Monaten, am 23.09.2016, in Hodenhagen geboren. Sie sind der erste Wurf von Mutter Bella (2013). Ihr Vater ist der Kater Nelson (2010).
Da es sich um den ersten Wurf von Bella handelt und sich die Jungtiere vom Tag ihrer Geburt an augenscheinlich gesund und munter gezeigt haben, wurde bisher auf eine tierärztliche Untersuchung und jeden menschlichen Direktkontakt verzichtet.
„Wir wollen jedes Risiko einer Abstoßung der Kleinen durch ihre Mutter vermeiden. Daher hat die nun fällige Impfung auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden, um die Erstlingsmutter Bella nicht unnötig zu beunruhigen.“, erklärt Mitinhaber und Geschäftsführer des Serengeti-Parks, Dr. Fabrizio Sepe, das Vorgehen.
Damit den Jungtieren durch den menschlichen Kontakt möglichst keine fremden Gerüche anhaften bleiben, haben Serengeti-Tierärztin Julia Bohner und Raubtierpflegerin Eva Koziel vor der Untersuchung ihre Kleidung mit Einstreu aus Bellas Stall eingerieben. „Dass man auch mal intensiv nach Löwenurin riecht, gehört zum Leben als Zootierärztin dazu.“, sagt Bohner mit einem Augenzwinkern.

Foto: Serengeti-Park Hodenhagen
Bohner hat die kleinen Wilden untersucht, gewogen und gegen Katzenseuche (Panleukopenie) und Katzenschnupfen (Caliciviren & Herpesviren) geimpft. Anschließend wurde allen ein Transponder-Mikrochip unter die Haut gesetzt, um sie unterscheiden zu können.
Die Löwenkinder wiegen zwischen 6,5 und 7 Kilogramm und haben sich damit laut Bohner sehr gut entwickelt. Bohner hat bei der Untersuchung auch das bisher noch große Geheimnis der Junglöwen gelüftet: Es handelt sich bei den Dreien eindeutig um Männchen.

Taio (geboren zum glücklich sein), Mojo (der Glücksbringer) und Amari (der Starke).
Foto: Serengeti-Park Hodenhagen
Die Tierpfleger gaben den Katern die afrikanischen Namen: Taio (geboren zum glücklich sein), Mojo (der Glücksbringer) und Amari (der Starke).

Foto: Serengeti-Park Hodenhagen
Mutter Bella hat die Prozedur sichtlich angespannt aus der benachbarten Box beobachtet und ihre Jungen stets im Blick behalten. Ihr Nachwuchs hat sich schon sehr wehrhaft gezeigt und lautstark protestiert. Nachdem Tierärztin und Raubtierpflegerin den Stall verlassen hatten, wurde Bella wieder zu ihren Schützlingen gelassen. Bella hat alle drei sofort abgeleckt und wieder in ihre sichere Obhut genommen.

Foto: Serengeti-Park Hodenhagen
„Wir sind sehr erleichtert, dass der notwendige Eingriff so gut verlaufen ist und Bella ihre Jungen nach wie vor liebevoll umsorgt. Der nächste große Schritt im Leben der Junglöwen wird die Vergesellschaftung mit ihrem Rudel im Frühjahr 2017 sein“, so Dr. Fabrizio Sepe.
Wenn der Serengeti-Park am 1. April 2017 in die neue Saison startet, werden Taio, Mojo und Amari erstmals auch von den Besuchern in ihrem Gehege beobachtet werden können.
Im Serengeti-Park Hodenhagen leben zusammen mit den drei Jungtieren neun Weiße Löwen.
Hintergrundinfos Weiße Löwen
Weiße Löwen sind lebende Fabeltiere. Sie sind eine seltene Variante der bekannten braunen Löwen. Weiße Löwen haben als genetische Besonderheit ein weißes bis cremefarbenes Fell und strahlend blaue Augen, nicht rot wie bei Albinos. Die weiße Fellfarbe wird über ein rezessives Gen vererbt. Da Weiße Löwen für potenzielle Beutetiere leichter zu sehen sind, haben solche Tiere es in der Wildnis schwerer, zu überleben.
Nach einer Tragzeit von etwa vier Monaten bringt die Löwin – abseits vom Rudel und versteckt – ein bis vier blinde Junge zur Welt, die jeweils etwa 1,5 Kilogramm wiegen und knapp 50 Zentimeter groß sind.

Foto: Serengeti-Park Hodenhagen
Das größte Landraubtier Afrikas
Nach dem Tiger ist der Löwe die zweitgrößte Katze und damit das größte Landraubtier Afrikas. Ein Löwenmännchen hat eine Kopf-Rumpf-Länge bis zu 2,50 Metern, eine Schulterhöhe von etwa 1,20 Metern und ein durchschnittliches Körpergewicht von 225 Kilogramm. Weibchen sind mit bis zu 1,75 Metern Kopf-Rumpf- Länge, einer Schulterhöhe von einem Meter und einem Körpergewicht von rund 150 Kilogramm deutlich zierlicher.
Löwen sind anpassungsfähig und kommen in einer Vielzahl von Habitaten zurecht. Der bevorzugte Lebensraum des Löwen ist die Savanne, doch kommt er auch in Trockenwäldern und Halbwüsten vor. Niemals findet man ihn in dichten, feuchten Wäldern oder wasserlosen Wüsten. Deshalb fehlt die Art naturgemäß in den zentralafrikanischen Regenwäldern und den trockensten Wüsten Nordafrikas und Vorderasiens.
Erst in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts bekam ein Mensch erstmals wieder Weiße Löwen zu Gesicht. In der Gegend des südafrikanischen Krüger Nationalparks, später mehrmals im Timbavati Game Reserve. Timbavati ist ein privates Wildschutzgebiet ohne Zaunbegrenzungen an der Westgrenze des Krüger Nationalparks.
Weiße Löwen in freier Wildbahn
Der „Global White Lion Protection Trust“ (WLT) hat 2008 eine Wiedereinführung eines Rudels Weißer Löwen in Timbavati durchgeführt, um das weiße Gen in der Wildbahn zu erhalten. Das Rudel, das ausschließlich aus Weißen Löwen besteht, jagt erfolgreich und zieht seinen Wurf Jungtiere in der Wildbahn ohne menschliche Hilfe groß.
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