Neue Sonderausstellung im Freilichtmuseum am Kiekeberg vom 24. September 2016 bis 26. März 2017

Quelle: iStock
Das Freilichtmuseum am Kiekeberg eröffnet ab Sonnabend, dem 24. September 2016, die neue Sonderausstellung „Zu viel des Guten! Was ist unser Essen wert?“.
Die Ausstellung betrachtet kritisch die Entwicklung heutiger Lebensmittelproduktion und Ernährungsgewohnheiten und fragt, wo und warum Lebensmittel verschwendet werden.
Im Begleitprogramm zur Ausstellung geben Experten Tipps zum nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln.
Wie hat sich das Verhältnis zum Essen verändert?
Essen ist nicht nur reine Nahrungsaufnahme, Essen umgibt uns auf allen Ebenen: Im Fernsehen erfreuen sich Kochsendungen großer Beliebtheit, das Internet kennt unzählige Essensblogs oder Rezeptbörsen und über soziale Medien veröffentlichen Nutzer die Fotos ihres Mittagessens. Essen gilt als Statussymbol und dient der sozialen Abgrenzung. Doch wie kommt es, dass dem Essen ein hoher Stellenwert beigemessen wird und gleichzeitig 18 Millionen Tonnen Lebensmittel jährlich entsorgt werden? Wie hat sich das Verhältnis zum Essen im Laufe der Zeit verändert?
Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert verbesserte sich die Ernährungssituation, vor allem für die Bevölkerung auf dem Land, grundlegend. Vorher ernährten sich die Menschen von dem, was die eigene Landwirtschaft hergab. Durch den Einsatz von Dampfmaschinen auf dem Feld und Lokomotiven für den Transport standen der Bevölkerung große Mengen an Lebensmitteln zu Verfügung. Mit den Weltkriegen verschärfte sich erneut die Ernährungslage, insbesondere nach dem zweiten Weltkrieg litt die Bevölkerung unter Hunger. Die Situation verbesserte sich jedoch in den Jahren des Wirtschaftswunders und der Wohlstand hielt Einzug in die Vorratskammern.
Heute sind Lebensmittel im Überfluss vorhanden. Günstige Preise und die ständige Verfügbarkeit führen unter anderem dazu, dass die Konsumenten zunehmend den Bezug und damit auch die Wertschätzung zu ihren Nahrungsmitteln verlieren. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) geht davon aus, dass weltweit rund ein Drittel aller für den menschlichen Verbrauch produzierten Lebensmittel vernichtet werden. Das entspricht einem Gewicht von 1,3 Milliarden Tonnen pro Jahr.
Die Ursachen und Gründe der Lebensmittelverschwendung
Die Ausstellung stellt den Umgang mit Lebensmitteln in einen gesellschaftlichen und geschichtlichen Zusammenhang und erklärt Ursachen und Gründe heutiger Lebensmittelverschwendung. Sie illustriert anschaulich wie viel der deutsche Durchschnittskonsument im Vergleich zu seinen europäischen Nachbarn für Nahrungsmittel ausgibt und gibt Empfehlungen für einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln.
Zudem stellt die Ausstellung Initiativen aus der Region vor, die aktiv gegen Lebensmittelverschwendung vorgehen. Dazu gehören die Hamburger Tafel, die Abfallwirtschaft des Landkreises Harburg, die Aktion Götterspeise rund um den Gründer und Politiker Marco Scheffler sowie der Verein Foodsharing e. V.
Das Agrarium – Landwirtschaft, Landtechnik und Lebensmittelproduktion gestern, heute und morgen
Die Sonderausstellung können Besucher im Agrarium des Freilichtmuseums besichtigen. Das Agrarium ist Deutschlands erste Ausstellungswelt zu Landwirtschaft, Landtechnik und Lebensmittelproduktion gestern, heute und morgen. Auf 3.300 Quadratmetern erfahren Besucher mehr über die Produktion von Nahrung, moderne Lebensmittelindustrie und die Entwicklung der Landarbeit. Viele Mitmachstationen, eine Lehrküche und die Kaffeerösterei machen die Themen für alle Altersstufen greifbar.
Rahmenprogramm zur Ausstellung im Agrarium „Zu viel des Guten! Was ist unser Essen wert?“
- Mindestens haltbar bis…?
Vortrag zum Umgang mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum
Sonntag, 9. Oktober 2016 und Sonntag, 26. Februar 2017
jeweils 14.00 Uhr, Landwirtschaftsschule - Gemeinsam kochen: gut und günstig.
Offenes Kochprogramm mit der Hamburger Tafel
Sonntag, 9. Oktober 2016 und Sonntag, 12. März 2017
jeweils 11.30 – 17.00 Uhr, Lehrküche - Podiumsdiskussion „Lebensmittelverschwendung“
Mittwoch, 9. November 2016
18.00 – 20.00 Uhr, Agrarium
Moderation: Tanja Busse - Kreative Gaumenfreuden: Verwertung des ganzen Tieres.
Offenes Kochprogramm.
Sonntag, 13. November 2016 und Sonntag, 26. Februar 2017
10.00 – 18.00 Uhr, Lehrküche
Öffnungszeiten:
Dienstag – Freitag: 9.00 – 17.00 Uhr
Sonnabend/Sonntag/Feiertage: 10.00 – 18.00 Uhr
Montag geschlossen
Ostermontag, Pfingstmontag und am 2. Weihnachtsfeiertag geöffnet.
Am 24./25./31. Dezember und am 1. Januar ist das Museum geschlossen.
Eintritt:
Der Museumseintritt kostet 9,00 €, für Besucher unter 18 Jahren ist er frei.
➔ Mehr Ausstellungen in der Lüneburger Heide und im Umland entdecken!
Sie wollen immer aktuell informiert sein? Jetzt den SCHÖNE-HEIDE-Newsletter abonnieren










