BUND und Freilichtmuseum am Kiekeberg pflanzen gemeinsam historische Apfelsorte
Der „Uphuser Tietjenapfel“ erhält die Auszeichnung „Apfel des Jahres 2017“. Das Freilichtmuseum am Kiekeberg und der BUND Hamburg pflanzten einen Vertreter der Apfelsorte im Landwirtschaftlichen Entdeckergarten und eröffneten damit offiziell die Gartensaison. Mit Norddeutschlands ➔ größtem Pflanzenmarkt und der Sonderausstellung ➔ Aufgeblühlt! Norddeutsche Gartenkultur hält die diesjährige Saison besonders viele Angebote bereit.

Foto ➔ www.nimar-blume.de
„Der Uphuser Tietjenapfel zeichnet sich durch sein festes Fruchtfleisch aus. Er schmeckt süß-säuerlich und weist eine charakteristisch leicht holzige Note auf“, erläutert Pomolge und Autor Eckart Brandt. Der Experte erhält in seinem Boomgarden-Projekt alte Obstsorten und verkauft sie auf Märkten.
Der Uphuser Tietjenapfel ist ein typischer Selbstversorgerapfel. Er ist anspruchslos und produziert sogar auf Sandböden regelmäßige Erträge mit ansprechendem Geschmack. Eckart Brandt erklärt: „Der Dorfschullehrer und Heimatdichter Friedrich Seebode entdeckte diese Apfelsorte Ende des 19. Jahrhunderts zufällig in der Nähe von Bremen, in Uphusen, und förderte ihre Verbreitung.“

und Gudrun Hofmann, Vorstandsmitglied BUND Hamburg
pflanzen den Tietjenapfel als Apfel des Jahres 2017.
Foto FLMK
Nach der gemeinsamen Pflanzung am 6. April 2017 pflegen die Gärtner des Freilichtmuseums am Kiekeberg den neuen Apfelbaum, damit dieser gut anwächst. „Es ist von großer Bedeutung, die Artenvielfalt zu erhalten und beispielsweise seltene Apfelsorten, die heute für die Massenproduktion nicht mehr effizient genug sind, zu bewahren“, erläutert Museumsdirektor Professor Dr. Rolf Wiese. „Dieses bedeutsame Thema ist auch Teil der Ausstellung „Aufgeblüht! Norddeutsche Gartenkultur“, in der wir außerdem unterschiedliche Formen des Gärtnerns und den Wandel vom Nutzgarten bis zum heutigen Freizeitparadies zeigen.“
Nicht nur die Pflanzenwelt profitiert davon, alte Obstsorten zu erhalten. BUND-Mitglied Gudrun Hofmann erklärt: „Der neu angepflanzte Tietjenapfel bietet eine wichtige Lebensgrundlage für heimische Tiere, wie Vögel und Insekten, die diese als Brutplätze, Verstecke und auch als Nahrungsgrundlage nutzen.“ Ein weiterer Vorteil traditioneller Apfelsorten ist zudem, dass diese kaum Allergene enthalten und deshalb sehr verträglich für den Verbraucher sind.
Den „Uphuser Tietjenapfel“ und weitere historische Apfelsorten und Obstbäume bieten die Händler auf dem ➔ Pflanzenmarkt im Freilichtmuseum am Kiekeberg am Sonnabend und Sonntag, den 22. und 23. April 2017 an. Zwischen 10.00 und 18.00 Uhr können Besucher Stauden, Kräuter, heimische Gewächse und Raritäten an den zahlreichen Ständen entdecken.
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