Ob vor dem Fassbierwagen, der Postkutsche oder im Hochgebirge: Zugpferde waren in der Geschichte der Mobilität von großer Bedeutung.

und Jürgen Hagenkötter, Leiter des Zugpferdemuseums Lütau.
Foto: FLMK
Die Rolle der Pferde in Logistik und Wirtschaft steht im Mittelpunkt der neuen Sonderausstellung „Zugpferde. Kulturgeschichte echter Pferdestärken“ vom Freilichtmuseum am Kiekeberg und dem Zugpferdemuseum Lütau.
Einen Höhepunkt bildet der originale Fassbierwagen der Hamburger Holstenbrauerei, vor den zwei lebensgroße Kunststoff-Pferde mit aufwändigem Prunkgeschirr gespannt sind. Die Ausstellung ist bis zum 28. Oktober geöffnet. Der Eintritt ins Museum kostet 9,00 €, für Besucher unter 18 Jahren ist er frei.
Zugpferde kamen sowohl auf dem Land als auch in der Stadt zum Einsatz. Neben der klassischen Arbeit auf dem Feld zogen sie auch Lokomotiven, ermöglichten den öffentlichen Nahverkehr der Städte mit Omnibussen oder arbeiteten unter Tage im Bergbau. Thematisiert wird vor allem die Zeit der Industrialisierung.
Jürgen Hagenkötter, Leiter des Zugpferdemuseums Lütau, erklärt: „Mit der Zeit der Dampfmaschinen und Eisenbahnen begann auch die Hochphase der Zugpferde: Nie zuvor mussten so viele Waren transportiert werden. Ohne die Zugpferde hätte die Industrialisierung an den Toren der Werke geendet.“ Erst in den 1950ern löste die Motorkraft die echten Pferdestärken ab.

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Die Ausstellung zeigt auch die Zusammenarbeit von Mensch und Tier: Welche Beziehung hatte der Knecht zu den Pferden? Wie erleichterten Zugpferde die Arbeit der Menschen? „Pferde waren Arbeitstiere, die eine enorme Kraft mit sich brachten. Sie wurden als Nutztiere gehalten und waren für den Besitzer von hohem Wert“, erklärt Stefan Zimmermann. So wurde beispielsweise auf bis zu einem Drittel der Feldflächen Hafer als Futtermittel angebaut.

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In der Ausstellung gibt es Mitmachstationen für Besucher jeden Alters. Verschiedene Gewichte und Lasten zeigen, was 1 PS wirklich bedeutet, und an einem Fahrlehrgerät nehmen die Besucher selbst die Fahrleinen in die Hand.
„Die Sonderausstellung ist zum Sehen und Anfassen und vor allem zum Staunen: Die tragende Rolle der Zugpferde in Zeiten der Industrialisierung ist heute kaum vorstellbar“, sagt Museumsdirektor Stefan Zimmermann. „Wir verbinden die Ausstellung mit unseren typischen Kiekeberg-Themen: Bei uns stehen die Kaltblüter auf der Weide und werden auch vor Pflug und Egge gespannt.“
Im Freilichtmuseum am Kiekeberg erzählen über 40 historische Gebäude und Gärten von der Kultur und Lebensweise in der Winsener Marsch und der nördlichen Lüneburger Heide. Auf dem Außengelände Museums leben in historischen Bauernhäusern und Ställen das dazugehörige Vieh: Alte Nutztierrassen wie Pommersche Gänse, Bunte Bentheimer Schweine und Schleswiger Kaltblüter machen das Museum lebendig.
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