Holzbank in der blühenden Heidelandschaft der Lüneburger Heide

Kleine Küken, volle Nester: Jungvogelalarm im Weltvogelpark Walsrode

Piepsen, Tschilpen, Krächzen – in allen Bäumen, Büschen, Sträuchern und manchmal auch unter den wärmenden Rotlichtlampen der Jungvogelstation macht der Nachwuchs im Weltvogelpark Walsrode lauthals auf sich aufmerksam. Kein Wunder: In der Natur bekommt eben der Jungvogel die größte Portion, der den Schnabel am weitesten aufreißt.

Die Weltvogelpark-Biologin Antje Mewes kennt ihre Jungvögel ganz genau:

Familienbande – Geschwisterliebe beim Lachenden Hans

Bis zu vier Jahre bleiben die Jungtiere des Jägerliest, auch Lachender Hans genannt, bei ihren Eltern. Foto: Weltvogelpark Walsrode
Bis zu vier Jahre bleiben die Jungtiere des Jägerliest, auch Lachender Hans genannt, bei ihren Eltern.
Foto: Weltvogelpark Walsrode

Familienleben wird beim Jägerliest, der wegen seines Rufes auch Lachender Hans genannt wird, großgeschrieben. Schließlich bleiben die Jungtiere bis zu vier Jahre bei ihren Eltern und helfen diesen beim Ausbrüten ihrer Geschwister. Bei ihrer Geburt sind die Küken noch nackt und blind, aber sehr gefräßig. Männchen und Weibchen sind den ganzen Tag damit beschäftigt, die Kleinen zu füttern. Das schweißt offensichtlich zusammen: Jägerlieste sind sich ihr ganzes Leben lang treu. Nach rund vier bis fünf Wochen verlassen die Küken bereits vollständig befiedert das Nest und machen sich auf eigene Nahrungssuche.

Männchen unerwünscht – Zickenalarm bei den Kolibris

Männchen haben in den Nestern der Kolibris nichts zu suchen. Es sei denn, es handelt sich um männliche Küken. In der Welt der kleinsten Vögel ist die einzige Aufgabe der Männchen, die Weibchen zu befruchten, danach werden sie vom Weibchen verjagt. Die Eier des Kolibris sind gerade einmal so groß wie ein kleines Pfefferminzdragee. In den winzigen Nestern aus Spinnweben, Pflanzenfasern und Moos werden meistens zwei nackte und recht hilflose geschlüpfte Küken drei bis vier Wochen lang bis zu 140 Mal am Tag von der Mutter gefüttert, bevor sie das Nest verlassen.

Drei bis vier Wochen lang füttern die Kolibrimütter ihre Küken bis zu 140-mal am Tag. Foto: Weltvogelpark Walsrode
Drei bis vier Wochen lang füttern die Kolibrimütter ihre Küken bis zu 140-mal am Tag.
Foto: Weltvogelpark Walsrode

Futtersuche? Männersache! Doppelschichten bei den Hornvögeln

Ohne das Männchen läuft in Sachen Brut und Nachwuchsfütterung bei den Hornvögeln gar nichts. Die monogamen Vögel haben eine der wohl ungewöhnlichsten Arbeitsteilungen rund um den Nachwuchs. Bereits bei der Balz bietet das Männchen dem Weibchen immer wieder Nahrung an. Das ist die Generalprobe für die Brut. Noch vor der Eiablage mauert sich das Weibchen mit getrockneter Erde regelrecht in ihrer Bruthöhle ein und lässt nur noch einen kleinen Spalt offen. Rund vier Monate lang füttert das Männchen dann das Weibchen und später auch die Küken. Dann brechen die „Höhlenbewohner“ die Versiegelung der Bruthöhle auf und die sofort flugfähigen Jungvögel verlassen das Nest.

Bei den monogamen Helmhornvögeln übernimmt das Männchen die Fütterung des Weibchens und der Jungen. Foto: Weltvogelpark Walsrode
Bei den monogamen Helmhornvögeln übernimmt das Männchen die Fütterung des Weibchens und der Jungen.
Foto: Weltvogelpark Walsrode

Papa brütet doch am besten! Kurzzeitbeziehungen bei den Kasuaren

Kasuare sind große und sehr gefährliche flugunfähige Vögel aus Neuguinea. Sie sind sehr scheu und in der Beziehung nicht besonders treu. Die Weibchen verlassen das Männchen bereits kurz nach der Eiablage – oft, um sich mit einem anderen Männchen erneut zu paaren. Rund 50 Tage lang brütet das Männchen dann allein die drei bis fünf Eier aus. Die kleinen Kasuare können wenige Tage nach dem Schlüpfen laufen und folgen dem Vater für etwa neun Monate. Dabei sollte man dem Rothalskasuar in dieser Zeit nicht zu nahe kommen. Seine kräftigen Füße sind mit einer dolchartigen Innenzehe zu einer Art „Todeskralle“ ausgeformt, die der Feind eindrucksvoll zu spüren bekommt.

Nachwuchspflege im Kindergarten. Elternsolidarität bei den Flamingos

Bei den Flamingos ist die Jungvogelaufzucht Gemeinschaftssache. In den recht ungemütlich aussehenden Nestern aus getrocknetem Schlamm liegt jeweils nur ein Ei. Flamingos sind also Einzelkinder. Männchen und Weibchen lösen sich mit dem Brüten ab. Nach dem Schlüpfen werden die Nesthocker von beiden Eltern mit der sogenannten Kropfmilch versorgt, die von beiden Elterntieren im oberen Verdauungstrakt erzeugt wird und sehr gehaltvoll ist. Kropfmilch gibt es in der Vogelwelt sonst nur bei den Tauben. Mit 15 Tagen verlassen die Kleinen ihr Nest und versammeln sich mit anderen Jungvögeln in einer großen Gruppe zu einer Art Kindergarten, der durch jeweils ein oder mehrere erwachsene Tiere betreut wird. Das Fliegen lernen die Flamingos mit rund drei Monaten.

Bei den Rosaflamingos ist die Jungvogelaufzucht Gemeinschaftssache. Foto: Weltvogelpark Walsrode
Bei den Rosaflamingos ist die Jungvogelaufzucht Gemeinschaftssache.
Foto: Weltvogelpark Walsrode

Über den Weltvogelpark Walsrode

In der Lüneburger Heide, im Dreieck zwischen Hannover, Bremen und Hamburg, liegt der Weltvogelpark Walsrode, der größte Vogelpark der Welt. Der Park beherbergt insgesamt 4.000 Vögel aus 675 verschiedenen Arten in einer 24 Hektar großen Garten- und Erlebnislandschaft. Besucher erleben spektakuläre Flugshows, Schaufütterungen, Vogelbabys und faszinierende Indoorattraktionen. Zudem sind sie eingeladen, spannende Themenhäuser, exotische Freiflughallen und artenreiche Vogelvolieren zu entdecken.

Zwischendurch laden 320 Sitzbänke zum Entspannen und Genießen ein. Liebevoll angelegte Beete, großzügige Teichanlagen und exotische Pflanzen entführen einen in eine andere Welt ‐ einfach mal die Seele baumeln lassen und den Alltag links liegen lassen. Der magische Zauber unzähliger Baum- und Blumenarten bildet eine bunte und sich ständig verändernde Kulisse.

Für die kleinen Besucher gibt es tolle Spielplätze und für die Erwachsenen kostenlose Parkplätze. Zwei Restaurants und zahlreiche Imbisse und Eiswagen laden für den kleinen und großen Hunger zwischendurch ein.

Das gesamte Areal ist behindertengerecht gestaltet. Wird ein Rollstuhl benötigt, kann er bei vorheriger Anmeldung kostenlos ausgeliehen werden.

Da Hunde in den Park nicht mitgenommen werden dürfen, gibt es zusätzlich eine kostenlose Unterbringung für die Vierbeiner.

Der Weltvogelpark öffnet täglich ab 10.00 Uhr.


Sie wollen immer aktuell informiert sein?      Jetzt die SCHÖNE-HEIDE-Wochenendtipps abonnieren


➔ Zurück zum Seitenanfang


Ich bin Partnerin des Naturparks Lüneburger Heide

Partner-Logo "Naturpark-Partnerlogo" des Naturparks Lüneburger Heide

➔ Mehr über das Netzwerk erfahren

Freizeittipps

Maislabyrinth Rockstedt 2020 - Luftaufnahme Hans-Heinrich Heins
Maislabyrinth in Rockstedt

Großes Maislabyrinth im Kreis Rotenburg mit 4 Kilometer Wegen – bis Ende September immer am Wochenende geöffnet – ideal für Feiern und Kindergeburtstage

➔ Mehr Freizeittipps entdecken

Aus der Region

Maislabyrinth Rockstedt 2020 - Luftaufnahme Hans-Heinrich Heins
Maislabyrinth in Rockstedt

Großes Maislabyrinth im Kreis Rotenburg mit 4 Kilometer Wegen – bis Ende September immer am Wochenende geöffnet – ideal für Feiern und Kindergeburtstage

© Landkreis Harburg
Mit der Heidschnucke die Heide zwischen Elbe und Oste entdecken und erleben

Erste Ost-West-Buslinie durch den Landkreis Harburg ist am Start: In 106 Minuten von Winsen nach Tostedt Einmal quer durch den Landkreis in 106 Minuten und dabei vorbei an den Schönheiten der Heide: Eine neue Buslinie verbindet jetzt Winsen und Tostedt und lädt dazu ein, die Heide zwischen Elbe und Oste zu entdecken und zu erleben.…

Jochen und Günter befinden sich derzeit mitten im natürlichen Fellwechsel und sehen deshalb derzeit ein wenig „zerrupft“ aus.
Trampeltiere im Wildpark: Ein Hauch von Steppe in der Heide

„Jochen“ und „Günther“ fühlen sich von Minute eins im Wildpark Lüneburger Heide sichtlich wohl Gemächlich, sanft und mit beeindruckender Präsenz sind sie angekommen: Die beiden Trampeltier-Hengste Jochen (13 Jahre) und Günther (6 Jahre) haben ihr neues Zuhause im Wildpark Lüneburger Heide bezogen – und bringen mit ihrenmarkanten Doppelhöckern, ihrem freundlichen Wesen und ihrer entspannten Art…

➔ Mehr aktuelle Beiträge für Sie

Einkaufstipps

Kaltgepresste Bioöle der Ölmühle Godenstedt: Leinöl, Haselnussöl, Walnussöl und Hanföl

Bio-Öle und mehr von der Ölmühle Godenstedt

Natürlichkeit, Qualität und Regionalität sind die Basis für die kaltgepressten Bio-Öle der Ölmühle Godenstedt: Bio-Hanföl, Bio-Haselnussöl, Bio-Leinöl, Bio-Sonnenblumenöl und Bio-Walnussöl

➔ Mehr Einkaufstipps für die Lüneburger Heide