Holzbank in der blühenden Heidelandschaft der Lüneburger Heide

Erstnachweis der Kessler-Grundel im Biosphaerium Elbtalaue erleben

Die meiste Zeit liegt dieser Fisch nahezu reglos auf dem Untergrund aus Kies und Sand, nur seine Kiemen bewegen sich langsam hin und her. Kein spektakuläres Auftreten angesichts der Situation, dass hier einer der Erstnachweise seiner Art in der Elbe schwimmt.

Kesslergrundel (Ponticola kessleri) im Biosphaerium Elbtalaue Foto: Andrea Schmidt
Kesslergrundel (Ponticola kessleri) im Biosphaerium Elbtalaue
Foto: Andrea Schmidt

Die Kessler-Grundel (Ponticola kessleri) im Aquarium des Biosphaeriums gehört damit zu dem Dutzend Kessler-Grundeln, die zwischen August 2015 und Juni 2016 von Elbfischern zwischen Lauenburg und Hamburg angelandet und dem Biosphaerium Elbtalaue sowie der Universität Hamburg zur Verfügung gestellt wurden.

Nach intensiven morphologischen (u. a. Beschuppung, Flossenstrahlanzahl, Färbung, Körpermaße) sowie molekulargenetischen Analysen, konnten das Forschungsteam unter Leitung von Prof. Dr. Ralf Thiel vom Centrum für Naturkunde der Universität Hamburg bestätigen, dass erstmals Individuen der Fischart Kessler-Grundel in der Elbe erfasst wurden. Dies ist zugleich die nördlichste Sichtung dieser Fischart, die ihren Ursprung an den nördlichen und westlichen Schwarzmeer-Küsten hat.

Ursprung an den Schwarzmeerküsten

Dort lebt die Grundel in brackigem, leicht salzhaltigem Wasser. Seit den 90er-Jahren lässt sich eine Ausbreitung nach Nordwesten wissenschaftlich nachweisen. So wurden einzelne Exemplare auch im Rhein nachgewiesen. Doch die Kanäle, die Rhein und Elbe verbinden, sind wohl noch nicht von dieser Fischart besiedelt. Daher gehen Experten wie Prof. Dr. Ralf Thiel, der zusammen mit seiner Ehefrau Renate Thiel auch Autor ist vom „Atlas der Fische und Neunaugen Hamburgs“, davon aus, dass die Kessler-Grundel möglicherweise mit Ballastwasser von Schiffen in die Elbe gelangte. Ballastwasser wird in die leeren Tanks von Schiffen eingesaugt, um ihre Stabilität zu verbessern.

Den Erstnachweis der Kessler-Grundel in der Elbe haben die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Journals „BioInvasions Records“ veröffentlicht. Die schon etwas bekanntere Schwarzmund-Grundel wurde bereits im Jahr 2008 in der Elbe erstmals nachgewiesen. Die Kessler-Grundel hat ihren Namen nach dem Zoologen Karl Fjodorowitsch Kessler. Sie wird bis zu 22 Zentimeter lang und ernährt sich von wirbellosen Tieren sowie kleinen Fischen. Ihre grau-braun fleckige Färbung passt ideal zu ihrer Lebensweise auf dem sandig-kiesigen Flussgrund. So muss man manchmal auch im Aquarium des Biosphaeriums – dem bisher einzigen Aquarium in Deutschland, welches die Kessler-Grundel zeigt – etwas genauer hinschauen, um den Fisch zu erkennen.

Informationen zum Biosphaerium Elbtalaue – Schloss Bleckede

Das Biosphaerium, Informationszentrum für das Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue, bietet Begegnungen mit Tieren, die sonst eher im Verborgenen unterwegs sind!

Schauen Sie dem Biber in den Bau und beobachten Sie Elbefische vom Aal bis zum Zander in der Aquarienlandschaft. In der über 1.000 m² großen Ausstellung zur Vogel- und Wasserwelt der Elbe laden Vogelstimmenklavier, Überflutungsmodell und vieles mehr große und kleine Besucher zum Mitmachen ein.

Vom 20 Meter hohen Aussichtsturm reicht der Blick weit über die Elbe und das Deichvorland. Die im Biosphaerium gibt gerne Tipps für schöne Spaziergänge und Radtouren. .


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