„Trüb und Klar. Unser täglich Wasser“ lautet der Titel der neuen Sonderausstellung, die ab Sonnabend, dem 16. März, im Freilichtmuseum am Kiekeberg zu sehen ist. Darin entdecken Besucherinnen und Besucher die verschiedenen Funktionen von Wasser früher und heute: vom Wasser im natürlichen Kreislauf über die Trinkwasserversorgung und Körperpflege bis hin zur Energieerzeugung.

Zwei Frauen beim Wasserholen um 1900, Bild FLMK
Die Sonderausstellung „Trüb und Klar. Unser täglich Wasser“ wurde vom Verbund „Alltag | Arbeit | Anstoß | Aufbruch“ entwickelt, zu dem die Stiftung Domäne Dahlem, das LVR-Freilichtmuseum Kommern, das Freilichtmuseum Hessenpark und das Freilichtmuseum am Kiekeberg gehören.
Die Entwicklung der Wasserversorgung
Sie behandelt die technische Wandlung in der Wasserversorgung von der Bedeutung des Brunnenbaus über unterschiedliche Wasserleitungssysteme bis hin zu Details der heutigen Trinkwasseraufbereitung durch Filtrieren und Zusetzen von Kohlensäure.
Julia Rausch, Kuratorin der Ausstellung im Freilichtmuseum am Kiekeberg, erklärte: „Die alltägliche Nutzung von Wasser hat sich im Zuge der Technisierung verändert, aber auch das Wissen um die Begrenztheit der Ressource Wasser beeinflusst den Umgang mit dem ‚blauen Gold‘. Uns geht es hier um die sich wandelnden menschlichen Beziehungen zu Wasser im Alltag.“
In den alten Höfen im Freilichtmuseum am Kiekeberg wird es deutlich: Wurden einst noch Wassereimer über den Schultern vom Brunnen ins Haus getragen, drehen Menschen heutzutage bequem einen Wasserhahn auf.
In der Ausstellung entdecken Besucher unter anderem eine Spültisch-Badewannen-Kombination aus den 1960er Jahren, die verdeutlicht, wie sich mit fließendem Wasser die Körperpflege gewandelt hat und in der Wohnkultur widerspiegelte. Denn ein Badezimmer als eigener Raum entwickelte sich erst in der Nachkriegszeit. Vorher wurde in der Küche gebadet.
Mit dem Quelle-Fertighaus in der Königsberger Straße zeigt das Freilichtmuseum am Kiekeberg die Weiterentwicklung in den 1960ern und 1970er Jahren. Ronald Gröll, ehemaliger Bewohner des Hauses aus Winsen (Luhe), erinnerte sich: „Wir wurden in die Moderne katapultiert. Vorher hatten wir anfangs ein Plumpsklo draußen und badeten in einer Zinkwanne. Und dann kamen wir in dieses Haus.“
Wassererlebnispfad
Besucher des Museums erkunden auch den Wassererlebnispfad, der gemeinsam mit dem Wasserbeschaffungsverband Harburg (WBV) dauerhaft an acht Stationen im Museum zeigt, wie die Wasserversorgung noch bis in 1950er Jahre hinein funktionierte und welche technischen Innovationen daraus entstanden sind.
Museumsdirektor Stefan Zimmermann sagte: „Auf dem Wassererlebnispfad erfahren Kinder, wie mühsam Trinkwasser früher ins Haus gelangte oder wie überschwemmte Felder in der Elbmarsch mit Muskelkraft trockengelegt wurden.“ Bei wärmeren Temperaturen lädt der dazugehörige Wasserspielplatz Kinder zum Experimentieren, Pumpen und Holzfloßfahren ein.
Wasser und Nachhaltigkeit
„Trüb und Klar. Unser täglich Wasser“ wirft außerdem einen aktuellen Blick auf Aspekte der Nachhaltigkeit im Umgang mit Wasser und erläutert etwa das Konzept „virtuelles Wasser“, das zu einer sparsameren Verwendung von Wasser anregen kann. In den vergangenen Jahren führte die beginnende Klimakatastrophe mit Überschwemmungen und Dürren in der Gesellschaft zu Sorgen und einem stärkeren Bewusstsein für den Wasserverbrauch.
Öffnungszeiten und Eintritt
Die Ausstellung ist ab Sonnabend, dem 16. März, ein halbes Jahr lang bis Sonntag, dem 27. Oktober, zu den regulären Museumszeiten geöffnet. Für Kinder gibt es ein begleitendes Ferienprogramm.
Der Eintritt kostet für Erwachsene 11 Euro, für Personen unter 18 Jahren ist er frei.
Weitere Informationen zu den Angeboten gibt es unter www.kiekeberg-museum.de










