Private Leihgeber zu Besuch an der Kunststätte Bossard

Foto: Kunststätte Bossard
Die aktuelle Ausstellung „Die Malweiber von Paris. Deutsche Künstlerinnen im Aufbruch.“ zeichnet sich durch viele hochwertige Exponate privater Leihgeber aus. Die Nachfahren aus ganz Deutschland kommen nun an die ➔ Kunststätte um zu schauen, wie die eigenen Schätze im Kreis der anderen Exponate zur Geltung kommen.
Kurz nach der Eröffnung der Ausstellung, zu der die Kunststätte bereits die Enkelin von Annemarie Kirchner-Kruse herzlich begrüßen durfte, wurde die Ausstellung noch durch ein Werk der Künstlerin Dorothea Maetzel-Johannsen (1886-1930) bereichert. Die Malerin, Mitgründerin der Hamburger Secession, war 1925 für ein halbes Jahr zu Studienaufenthalten in Paris.
„PARIS – NOTRE-DAME II“, ein vermutlich während des Aufenthaltes entstandenes Ölgemalde der Kathedrale, ergänzt nun die Exponate der anderen zehn Malweiber und spannt zudem einen Bogen zu Jutta Bossard-Krull, die – wäre ihr Professor für Bildhauerei Johann Michael Bossard ihr nicht mit einem Heiratsantrag dazwischengekommen – im gleichen Jahr nach Paris gereist wäre. Das Werk wurde der Kunststätte Bossard von den Nachfahren der Künstlerin vermittelt.

Foto: Kunststätte Bossard
Gerade war der Großneffe von Ida Gerhardi, Wolgang Steinweg, zu Gast in Lüllau. Er ist Verwalter des Gerhardi-Archivs in Münster, aus dessen Beständen neben den eindrucksvollen Gemälden, Zeichnungen und Schriftstücken auch das mittlerweile berühmte Foto der Künstlerin im Pariser Atelier Colarossi stammt.
Ida Gerhardi, 20 Jahre in Paris lebend und in den einschlägigen Kreisen der Weltstadt vernetzt, steht auf dieser Aufnahme als junge selbstbewusste Frau im Kreise anderer Malweiber in peilender Pose mit kecker Kopfbedeckung vor ihrer Leinwand.

Foto: 1992_1893 LWL Museum für Kunst und Kultur Münster Ida Gerhardi Archiv
„Leider habe ich meine Großtante nicht mehr persönlich kennengelernt.“ Doch Wolfgang Steinweg erinnert sich an seine Kindheit, als ihm im Wohnzimmer seiner Großmutter in Lüdenscheid, dem ehemaligen Atelier Ida Gerhardis, lateinische Vokabeln abgehört wurden.
Durch die großen Atelierfenster fiel dann sein Blick auf Ansichten wie die Erlöserkirche, die seine Großtante in Bildern festgehalten hatte. Die Familie war ein großer Halt für die Künstlerin und gewährte ihr viel Unterstützung, vor allem nach ihrer krankheitsbedingten Rückkehr aus Paris im Jahr 1912.
Die Ausstellung wird noch bis zum 11. September 2016 Dienstag bis Sonntag von 10.00 – 18.00 Uhr zu sehen sein. Weitere Informationen unter ➔ www.bossard.de.
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