Mischa Kuball erhält den Deutschen Lichtkunstpreis. Mit der Auszeichnung ehrt die Robert Simon Kunststiftung den international agierenden Künstler für seinen herausragenden Umgang mit Licht als Medium der öffentlichen (Inter-)Aktion.

Foto: Yun Lee, Düsseldorf
Mischa Kuball ist der zweite Künstler, an den der mit 10.000 Euro dotierte Preis vergeben wird. Der Deutsche Lichtkunstpreis wird alle zwei Jahre im Kunstmuseum Celle verliehen. Erster Preisträger war 2014 Otto Piene.
„Kuball ist kein Maler des Lichts, Kuball ist ein Konzeptkünstler des Lichts, ein politischer Künstler des Lichts – eine einzigartige Position von Rang.“ (Peter Weibel)
In seinen Installationen macht der Künstler die politischen und sozialen Dimensionen des künstlerischen Werkstoffs Licht kenntlich. „Licht ist Soziologie, Licht ist Politik“ umschreibt Mischa Kuball selbst seinen Ansatz.
Er arbeitet seit 1984 im öffentlichen und institutionellen Raum. Dabei erforscht er mit Hilfe des Mediums Licht – oft in partizipatorischen Projekten – die sozialen und politischen Diskurse und Kodierungen, die mit den Orten seiner Werke verknüpft sind.

Die Synagoge in Stommeln am Niederrhein ist von der Hauptstraße aus kaum zu sehen und liegt zurückgesetzt in einem Hinterhof.
Während einer Dauer von acht Wochen wurde das Bauwerk verschlossen und im Inneren mit intensivem Licht geflutet, sodass die Architektur wie eine Lichtskulptur in der Umgebung leuchtete und ein weithin sichtbares Zeichen setzte.
„Mischa Kuball – …in progress –
Projekte / Projects 1980-2007“
Hrsg./ed. von/by Florian Matzner, 2007
Foto: Hubertus Birkner, Köln
Große Bekanntheit erlangte seine Arbeit „Refraction House“, bei der er die Synagoge Stommeln acht Wochen lang von innen mit intensivem Licht flutete und zu einem weit in die Umgebung strahlenden Leuchtzeichen machte. Ein eindrückliches Beispiel für sein Vorgehen ist auch die Installation „Urban Context“, wo Scheinwerfer den Grundriss des ehemaligen Führerbunkers in Lüneburg nachzeichneten.
Seit 2007 ist Mischa Kuball Professor an der Kunsthochschule für Medien, Köln, assoziierter Professor für Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung/ZKM, Karlsruhe und seit 2015 Mitglied der Akademie der Wissenschaften und Künste NRW in Düsseldorf.
Der Deutsche Lichtkunstpreis wird im Januar 2016 im Rahmen eines Festaktes im Kunstmuseum Celle übergeben.
Das 1998 als 24-Stunden-Kunstmuseum gegründete Haus beherbergt eine der umfangreichsten Museumssammlungen aktueller Lichtkunst in Deutschland.
Weitere Informationen unter ➔ www.kunst.celle.de und ➔ www.mischakuball.com
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