Endlich ist es so weit: Am 26. August 2018 wird, nach einer mehrjährigen Umbauphase, die Wiedereröffnung des Ostpreußischen Landesmuseums – zukünftig mit Deutschbaltischer Abteilung – mit allen, Alt und Jung gefeiert. Mit einem vielseitigen Programm und Musik soll die Eröffnung feierlich und fröhlich begangen werden.

Foto: Ostpreußisches Landesmuseum
Über 30 Jahre nach der Ersteröffnung als Landesmuseum 1987 zeigt das institutionell vom Bund und dem Land Niedersachsen geförderte Haus seltene, ungewöhnliche, geschichtsbeladene und wertvolle Exponate in einer vollkommen neugestalteten Dauerausstellung. Auf etwa 2.000 Quadratmetern werden in 17 Kapiteln Themen rund um die Geschichte und Kultur Ostpreußens und der Deutschbalten präsentiert. Damit kommt eine über viele Jahre vorbereitete Erweiterung erfolgreich zum Abschluss.
Ostpreußen, die bis 1945 östlichste Provinz im Deutschen Reich, war das namensgebende Kernland Preußens, das im 18. und 19. Jahrhundert eine der fünf europäischen Großmächte darstellte.
Als erstes protestantisches Land weltweit, mit Denkern, Dichtern und Künstlern wie Nikolaus Kopernikus, Immanuel Kant, Johann Gottfried Herder, E.T.A. Hoffmann, Käthe Kollwitz und Lovis Corinth, sind mit der Region Ostpreußen wesentliche kulturhistorische Exponenten der deutschen und europäischen Kulturgeschichte verbunden.

Foto: Ostpreußisches Landesmuseum
Nach der 1945 erfolgten Dreiteilung der Provinz, dessen Territorium heute zur Russischen Föderation und den Republiken Polen und Litauen gehört, findet nur im Museum in Lüneburg eine umfassende museale Darstellung der Gesamtregion Ostpreußen statt, die einst einen über viele Jahrhunderte gewachsenen Kulturraum bildete.
Ostpreußen war bis 1945 Heimat von über zwei Millionen Deutschen, die nach dem Krieg auf dem Boden der Bundesrepublik und der damaligen DDR neu anfangen mussten. Etwa jeder Dritte hierzulande, in Norddeutschland noch einmal deutlich mehr, hat familiäre Bezüge zu den ehemals deutschen oder deutsch geprägten Gebieten in Ost- und Mitteleuropa.
Zu ihnen gehören auch die Deutschbalten, die über Jahrhunderte bis zur 1939 erfolgten so genannten Umsiedlung wesentlichen Einfluss auf die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Verhältnisse im Raum etwa der heutigen Republiken Estland und Lettland nahmen. Sie trugen zu einem engen Austausch Westeuropas mit dem russischen Zarenreich bei.
Das Museum widmet sich aber nicht nur der Geschichte. Auch Kultur und Landschaft kommen nicht zu kurz: so etwa die Trakehner Pferde als lebendiges Kulturgut aus Ostpreußen, die Hanse als eigenständiger Kulturraum und die großzügig gestaltete Abteilung Kunst, die auch Platz für moderne Werke des 20. Jahrhunderts lässt.
Natürlich werden auch aktuelle Gesellschaftsthemen berührt, so etwa in der Abteilung Flucht, Vertreibung und Integration. Die neue Präsentation berücksichtigt den Generationswandel. Sie gibt den Exponaten mehr Raum und lässt ihre Geschichte auch für diejenigen deutlich werden, die sich bislang wenig oder gar nicht mit Ostpreußen oder Deutschbalten auseinandergesetzt haben. Viele Angebote richten sich ausdrücklich an Familien, Jugendliche und Kinder.

Foto: Ostpreußisches Landesmuseum
Die Gesamtmaßnahme umfasst den Erwerb eines denkmalgeschützten, 500 Jahre alten Bürgerhauses als Museumszugang mit Café, Verwaltung und Bibliothek. Im Innenhof wurde durch das Architekturbüro Gregor Sunder-Plassmann, Kappeln, ein Neubau als Foyer und Sonderausstellungsgebäude errichtet.
Die vom Büro Homann Güner Blum – Visuelle Kommunikation, Hannover, gestaltete Dauerausstellung präsentiert mehrere gänzliche neue Kapitel: neben der Deutschbaltischen Abteilung auch einen großzügigen Bereich für die Zeit nach 1945. Hierbei werden auch die Veränderungen in der heutigen Hansestadt Lüneburg selbst vorgestellt, die der Zuzug Tausender Flüchtlinge und Vertriebener ab 1945 bedingte.
Das Ostpreußische Landesmuseum kooperiert eng mit Kultureinrichtungen im östlichen Europa, um gegenseitiges Verständnis zu fördern und im freundschaftlichen Miteinander einer gemeinsamen europäischen Idee das deutsche Kulturerbe zu erforschen und zu bewahren. Zur Eröffnung werden viele Partner aus den osteuropäischen Ländern vertreten sein.
Die Modernisierung und Erweiterung des Ostpreußischen Landesmuseums mit Deutschbaltischer Abteilung wurde freundlicherweise unterstützt von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, der Stiftung Niedersachsen, der Klosterkammer Hannover, dem Europäischen Ford für Regionale Entwicklung, dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, dem Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, der VGH-Stiftung, der Sparkassenstiftung Lüneburg, der Ostpreußischen Kulturstiftung, dem Ostpreußischen Jagd- und Landesmuseum e.V., den Freunden des Ostpreußischen Landes- und Jagdmuseums e.V., dem Fördererkreis Ostpreußisches Jagdmuseum – Hans-Ludwig Loeffke Gedächtnisvereinigung e.V. sowie der Deutschbaltischen Kulturstiftung.
Partnerin der neuen Deutschbaltischen Abteilung ist die Deutschbaltische Kulturstiftung, Lüneburg.
Ostpreußisches Landesmuseum mit Deutschbaltischer Abteilung
Heiligengeiststraße 38
21335 Lüneburg
Tel. +49 (0)4131 759950
Fax +49(0)4131 7599511
E-Mail: info@ol-lg.de
Internet: ➔ www.ostpreussisches-landesmuseum.de
Facebook: ➔ www.facebook.com/OstpreussischesLandesmuseum
Öffnungszeiten:
Di bis So
10.00 bis 18.00 Uhr
Eintritt:
7,00 €, ermäßigt 4,00 €
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei!
Führungen nach Vereinbarung, Preis: 50,00 €/Gruppe zzgl. Eintritt
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